Migration
Jugendliche Flüchtlinge bräuchten Unterstützung
Im vergangenen Jahr sind so viele Migranten wie noch nie auf den Kanaren angekommen. Im spanischen Atlantik-Archipel kamen knapp 48'000 Menschen an, wie das Innenministerium in Madrid mitteilte. Der dort erst 2023 verzeichnete Rekord sei 2024 um knapp 20 Prozent übertroffen worden.
Der Seeweg von Westafrika zu den Kanaren gilt als eine der gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Nach Angaben der angesehenen und in Afrika gut vernetzten spanischen Hilfsorganisation «Caminando Fronteras» sind 2024 mehr als 10’000 Menschen beim Versuch gestorben, die Kanaren zu erreichen.
Dass die Kanaren Hauptdestination der Migration in Spanien sind, während gleichzeitig die Zahlen auf der westlichen Mittelmeerroute deutlich abnehmen, ist ein relativ neues Phänomen, das vor circa fünf Jahren begann. Davor lag die Zahl der Ankünfte dort meist bei deutlich unter 1000 pro Jahr.
Im Urlaubs-Archipel wächst schon seit längerem der Unmut. Der regionale Regierungschef Fernando Clavijo sprach dieser Tage erneut von einer «unhaltbaren Situation». Er kritisierte den Mangel an Unterstützung durch die Zentralregierung und auch durch die EU vor allem bei der Betreuung von fast 6000 Minderjährigen, die sich nach der langen Überfahrt derzeit auf den Inseln aufhielten und meistens sehr traumatisiert und psychisch vulnerabel seien. (sda/ jow)