800. Todestag

Italien feiert Franz von Assisi – samt neuem Feiertag

Der Papst hat 2026 zum «Franziskus-Jahr» erklärt. Die italienische Regierung hat den Todestag des Heiligen zum Feiertag ernannt und hunderttausende Besucher strömen nach Assisi.

Der Gründer des Franziskanerordens (1181/82-1226) starb, wenn man den Aufzeichnungen glauben darf, vor genau 800 Jahren am Abend des 3. Oktober. Nach kirchlicher Zählung gehört der Abend zum Folgetag. Daher gilt der 4. Oktober als Todestag. Franziskus gehört zu den prominentesten Heiligen der katholischen Kirche. Seine Heimat Assisi mit der Basilika San Francesco, wo er begraben liegt, ist eines der beliebtesten Pilgerziele der Welt.

Zum 800. Todestag hat Papst Leo XIV. ein «Franziskus-Jahr» ausgerufen. Das lockt noch mehr Leute an: Allein im Februar und März kamen 400’000 Menschen in das Städtchen in der Provinz Umbrien. Damals gab es zum ersten Mal seit all den Jahrhunderten seine sterblichen Überreste zu sehen.

Aber der Bettelheilige wird nicht nur von der Kirche gefeiert: Die Rechts-Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat den 4. Oktober zum landesweiten Feiertag erklärt, auch für künftige Zeiten. Manche bringen das damit in Zusammenhang, dass nächstes Jahr in Italien gewählt wird, möglicherweise im Oktober.

In dem katholisch geprägten Land war der 4. Oktober schon einmal Feiertag: zwischen 1958 und 1977. Meloni begründet die Rückkehr zu alten Gebräuchen damit, dass Franziskus ein von allen geliebter Heiliger sei, in dem sich das gesamte Volk wiedererkenne: «Der Nationalfeiertag wird Anlass sein, einen aussergewöhnlichen Mann zu feiern und uns jedes Jahr daran zu erinnern, wer wir sind und was uns im Innersten verbindet.»

Zu den Feierlichkeiten am 4. Oktober wird Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella erwartet. Papst Leo XIV. kommt nicht – er war bereits im August da. (dpa/ sda/ dst)

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