Herbert Winter tritt zurück

Der Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG), Herbert Winter, legt im kommenden Mai sein Amt nieder. Seine Nachfolge wird noch im selben Monat an der Delegiertenversammlung des SIG bestimmt.


Seit Mai 2008 führt Herbert Winter den SIG. Nun legt er sein Amt nieder, wie er am Dienstag, 25. Februar, in der Sendung «Tagesgespräch» von Schweizer Radio SRF sagte. Der Grund sei die zwölfjährige Amtszeitbeschränkung, so der 1946 geborene Zürcher Anwalt.

Am Dienstag hatten der SIG und die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) ihren Antisemitismusbericht für das Jahr 2019 vorgelegt (ref.ch berichtete). Sorgen bereiten den Jüdinnen und Juden namentlich antisemitische Verschwörungstheorien. Vor allem online wird gegen die jüdische Gemeinschaft gehetzt.

Forderungen an den Bund

Die Verschärfung insbesondere in sozialen Medien bereite Sorgen, sagte Winter im Radiointerview. Zu hoffen sei, dass auf staatlicher Seite etwas in Bewegung komme, sei es in den Schulen oder im Strafrecht. Schulen könnten Kinder und Jugendliche sensibilisieren für gegen das Judentum gerichtete Fake News.

Vom Bund fordert der SIG, dass Anbieter grosser Medienportale gesetzlich verpflichtet werden, antisemitische Kommentare rasch zu löschen. Voraussetzung dafür sei aber, Betreiber dieser Portale mit Sitz im Ausland in Schweizer Recht fassen zu können.

Zwei Kandidaten für die Nachfolge

Die Nachfolge von Herbert Winter wird am 21. Mai an der Delegiertenversammlung des SIG in Genf bestimmt. SIG-Generalsekretär Jonathan Kreutner bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass sich bisher zwei Männer für das Präsidium zur Verfügung stellen.

Es sind dies der frühere Basler SP-Regierungsrat Ralph Lewin und Ralph Friedländer, Präsident der Jüdischen Gemeinde Bern. Friedländer ist Leiter der Geschäftsstelle der beratenden Kommission des Bundesrates für internationale Zusammenarbeit. (sda)