EKD-Vorsitzender fordert klares Einstehen gegen Rechts

Der Terror-Anschlag im deutschen Hanau mit neun Todesopfern sei eine Folge von Rassismus. Das sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Er mahnte auch die Politik.


Heinrich Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), hat nach dem Anschlag von Hanau zum gesellschaftlichen Zusammenhalt aufgerufen. «Zur Überwindung der Gewalt ist es jetzt notwendig, dass die Menschen in unserem Land zusammenstehen», sagte er der Düsseldorfer «Rheinischen Post». «Die Gottesdienste, zu denen die Kirchen nach der Gewalttat von Hanau eingeladen haben, geben Raum, um Erschrecken, Betroffenheit und Trauer zum Ausdruck zu bringen.»

«Keine Deckung für Rechtsextreme»

Jetzt komme es auf jeden Einzelnen an, sagte Bedford-Strohm: «Wir sind alle gefordert, Rassismus und Antisemitismus in den konkreten Situationen des Alltags vehement zu widersprechen.» Zudem müsse klar sein: «Wer Rechtsextremen in einer Partei Deckung gibt, trägt Mitverantwortung dafür, wenn deren Ideologien Gehör finden.»

Zuvor hatte der EKD-Ratsvorsitzende bereits erklärt, die offenbar rechtsextrem motivierten Morde von Hanau seien «ein trauriger Beleg für die brutalen Konsequenzen des Gifts, das rechtspopulistische und rechtsextreme Kreise zu streuen versuchen». Wer Rassismus und Ausländerfeindlichkeit säe, müsse auch damit rechnen, dass daraus brutale Gewalt erwachse, schrieb er bei Facebook.

Indizien für rassistisches Motiv

Der 43-jährige Deutsche Tobias R. hatte nach Erkenntnissen der Ermittler am Mittwochabend in Hanau in zwei Shisha-Bars neun Menschen erschossen und anschliessend seine Mutter und sich selbst getötet. Die Bundesanwaltschaft sieht «gravierende Indizien für einen rassistischen Hintergrund der Tat». Alle in den beiden Bars getöteten Menschen hatten eine Zuwanderungsgeschichte. (epd/mos)