Herbert-Haag-Preis 2027
Johannes Stückelberger für Einsatz für offene Kirchenräume ausgezeichnet
Die Herbert-Haag-Stiftung würdigt im kommenden Jahr Persönlichkeiten und Projekte, die sich für die Öffnung von Kirchenräumen einsetzen. Für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird der Schweizer Kunsthistoriker Johannes Stückelberger, wie es in einer Mitteilung heisst.
Stückelberger war Dozent für Religions- und Kirchenästhetik an der Universität Bern und ist emeritierter Titularprofessor für Neuere Kunstgeschichte an der Universität Basel. Er gründete zudem den Schweizer Kirchenbautag, der Fachleute aus Architektur, Theologie, Denkmalpflege und Politik zusammenbringt, um über den Erhalt und die Zukunft von Kirchengebäuden zu diskutieren.
Ausserdem betreut Stückelberger die nationale Datenbank «Kirchenumnutzungen in der Schweiz». Sie dokumentiert, wie Kirchen aufgrund des gesellschaftlichen Wandels umgestaltet oder für neue gemeinschaftliche Zwecke genutzt werden können. Für die reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn (Refbejuso) erstellte er zudem einen Leitfaden für die erweiterte Nutzung kirchlicher Gebäude.
Umdenken einfordern
Einen weiteren Preis verleiht die Stiftung gemeinsam an die evangelische Theologin und Kunsthistorikerin Karin Berkemann, die Kunst- und Architekturwissenschaftlerin Stefanie Lieb und die Kunsthistorikerin Barbara Welzel.
Die drei Wissenschaftlerinnen waren massgeblich am 2024 veröffentlichten Manifest «Kirchen sind Gemeingüter!» beteiligt. Darin fordern sie, Kirchengebäude nicht stillschweigend zu privatisieren oder abzureissen, sondern über neue Trägerschaften nachzudenken.
Preis wird im März verliehen
Der dritte Preis geht laut Mitteilung an die MaiHof-Pfarrei in Luzern. Sie versteht sich als Quartierzentrum und Begegnungsort für Menschen unabhängig von ihrer religiösen oder konfessionellen Zugehörigkeit. Neben Gottesdiensten finden dort unter anderem Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und Familienfeiern statt.
Der Herbert-Haag-Preis ist mit 10'000 Franken je Preisträgerin und Preisträger dotiert. Die Preisverleihung findet am 14. März 2027 in der Lukaskirche in Luzern statt. (no)