Deutschland
Gedenken an Kranken-Morde der Nationalsozialisten
Mit einer Gedenkveranstaltung ist in Berlin an die nationalsozialistischen Kranken-Morde erinnert worden. Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung sagte bei dem Gedenken, die Erinnerung an die Morde an Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen sei kein Selbstzweck. Vielmehr erwachse daraus die Verantwortung, jenen entgegenzutreten, die die Demokratie und eine offene Gesellschaft verhöhnten und einzelne Menschengruppen verächtlich machten.
Anlass für die Veranstaltung am Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen «Euthanasie»-Verbrechen war der 80. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945.
Unter den Nazis wurden rund 70'000 Patientinnen und Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten von Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften ermordet. Europaweit wird von rund 300'000 Patienten-Tötungen ausgegangen. Hinzu kamen schätzungsweise rund 400'000 Zwangssterilisierungen. Geplant wurden die Tötungen in der Tiergartenstrasse 4, wo 2014 ein Gedenkort eingerichtet wurde. (epd/ pef)