Krieg im Nahen Osten
Nach Schüssen von Palästinensern greift Israel Ziele in Gaza an
Trotz geltender Waffenruhe hat Israels Armee laut eigenen Angaben nach einer Attacke bewaffneter Palästinenser auf israelische Soldaten Ziele im gesamten Gazastreifen angegriffen. Israels Militär habe Kommandeure der Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ) ins Visier genommen, hiess es in einer Mitteilung der Armee. Sie machte zunächst keine Angaben zu möglichen Opfern.
Aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen hiess es, mindestens neun Menschen seien bei den Angriffen ums Leben gekommen, darunter ein Kommandeur der Hamas sowie ein Kommandeur des bewaffneten Arms des PIJ. Den Angaben zufolge gab es auch mehrere Verletzte.
Seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 10. Oktober 2025 hat es immer wieder tödliche Zwischenfälle im Gazastreifen gegeben. Laut einem Unicef-Bericht sind seither mehr als 100 Kinder durch Gewalt getötet worden (ref.ch berichtete). Umfangreiche Angriffe wie die jetzigen gibt es seitdem aber nur noch selten. Israel sprach von einer Reaktion auf einen «eklatanten Verstoss gegen das Waffenruhe-Abkommen».
Bewaffnete hatten laut Israels Armee in einem von Israel kontrolliertem Gebiet in Rafah im Süden des Küstenstreifens israelische Soldaten angegriffen. In solchen Fällen hatte Israels Armee bereits zuvor wieder grössere Angriffe ausgeführt, sich danach aber wieder an die Waffenruhe gehalten (ref.ch berichtete). Inzwischen haben die israelischen Bombardements im Gazastreifen Anwohnern zufolge wieder aufgehört.
Die USA haben kürzlich den Übergang zur zweiten Phase des Gaza-Friedensplans verkündet, obwohl sich noch immer eine tote israelische Geisel im Gazastreifen befindet, die die Hamas im Rahmen der ersten Phase hätte übergeben müssen. Washington begründete die Einleitung der nächsten Phase des Abkommens auch damit, dass die Waffenruhe bislang gehalten habe. (dpa/ sda/ gab)