Krieg im Nahen Osten

Trump sieht Waffenruhe trotz tödlicher Angriffe nicht gefährdet

Erneut kam es im Gazastreifen trotz Waffenruhe zu tödlichen Angriffen. Der US-Präsident zeigt Verständnis für Israel und spricht von «Frieden im Nahen Osten».

Die USA beteuern trotz einer erneuten Eskalation der Gewalt im Gazastreifen den Bestand der Waffenruhe-Vereinbarung zwischen Israel und der islamistischen Hamas. Nichts werde die Waffenruhe gefährden, sagte US-Präsident Donald Trump.

Am Vortag beschuldigte Israel die Hamas, im Süden Gazas israelische Soldaten angegriffen zu haben. Dabei wurde ein Soldat getötet. Israels Luftwaffe griff daraufhin Ziele im Gazastreifen an. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes wurden dabei mehrere Menschen getötet. Die Hamas erklärte, sie sei nicht für den Angriff auf Israels Soldaten verantwortlich. Unabhängig überprüfen liess sich das nicht.

Trump zeigte Verständnis für Israel. «Die Israelis haben also zurückgeschlagen, und sie sollten zurückschlagen, wenn so etwas passiert», sagte er. Die Hamas sei «nur ein sehr kleiner Teil des gesamten Friedensprozesses im Nahen Osten», sagte der Republikaner. «Wir haben Frieden im Nahen Osten». Die Hamas habe zugesagt, dass sie sich «benehmen» werde. Falls nicht, werde man sie «sehr leicht ausschalten», fügte Trump hinzu.

Vance: «Kleinere Scharmützel»

Auch US-Vizepräsident JD Vance sagte laut Medienberichten: «Die Waffenruhe hält. Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht hin und wieder kleinere Scharmützel geben wird.» Vance vermied es, die Verantwortung für die jüngsten Angriffe auf israelische Soldaten eindeutig der Hamas zuzuschreiben. Man wisse, «dass die Hamas oder jemand anderes innerhalb des Gazastreifens» einen Soldaten der israelischen Armee angegriffen habe, sagte er laut dem US-Sender NBC. Man erwarte, dass die Israelis reagieren, sagte Vance. Er denke aber, dass der Friedensplan von Trump Bestand haben werde, fügte der Vize-Präsident hinzu.

Mit dem Angriff habe die Hamas eine «rote Linie» überschritten, hatte Israels Verteidigungsminister Israel Katz zuvor gesagt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu befahl die Luftschläge nach Sicherheitskonsultationen. Die USA seien im Voraus über die Angriffe informiert worden, zitierte das «Wall Street Journal» einen US-Beamten. Washington habe von Israel erwartet, gezielt vorzugehen.

15 von 28 Leichen ausgehändigt

Seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober gab es immer wieder tödliche Zwischenfälle im Gazastreifen. Dabei wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 90 Palästinenser getötet. Vor gut einer Woche wurden zwei israelische Soldaten bei einem Angriff mit einer Panzerfaust getötet (ref.ch berichtete).

Israel wirft der Hamas zudem vor, die vereinbarte Übergabe toter Geiseln absichtlich hinauszuzögern. Laut der Waffenruhe-Vereinbarung hätte die Hamas bereits vor mehr als zwei Wochen 28 Leichen übergeben müssen. Bisher hat sie jedoch erst 15 tote Geiseln ausgehändigt.

Die Terrororganisation beruft sich auf Schwierigkeiten bei der Suche und Bergung angesichts der massiven Zerstörungen im Gazastreifen. Der israelische Verteidigungsminister Katz drohte nun, die Hamas werde einen «hohen Preis zahlen für den Angriff auf israelische Soldaten und für die Verletzung des Abkommens über die Rückgabe der getöteten Geiseln». Laut Medienberichten könnte Israel das Gebiet ausweiten, das es im Gazastreifen noch kontrolliert. (sda/dpa/ gab)

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