Sudan

Friedenskonferenz in Genf endet ohne Ergebnis

Seit mehr als dreieinhalb Jahren tobt im Sudan ein Krieg. Eine UN-Konferenz in Genf brachte keine greifbaren Fortschritte auf dem Weg zum Frieden.

Eine internationale Konferenz über den anhaltenden Krieg im Sudan in Genf ist ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Der UN-Gesandte für den Sudan, Pekka Haavisto, sagte, leider wollten die Kriegsparteien in dem nordostafrikanischen Land weiter eine militärische Entscheidung erzwingen.

Haavisto betonte, dass eine politische Lösung für den rund dreieinhalb Jahre dauernden Krieg notwendig sei. Der UN-Gesandte sprach von erhöhten diplomatischen Aktivitäten, um den Konflikt zwischen der Armee und der Miliz «Rapid Support Forces» (RSF) zu beenden.

Die teilnehmenden 21 Länder und fünf internationalen Institutionen hätten auf der Konferenz über Sicherheit, humanitären Zugang und die regionale Perspektive beraten. Es handelte sich um das sechste UN-Treffen zu dem Konflikt im Sudan. Die Armee und die RSF waren an der Konferenz nicht vertreten.

Mehr als 33 Millionen Menschen in dem nordostafrikanischen Land brauchen laut den UN humanitäre Hilfe. Rund 11,3 Millionen Menschen sind innerhalb oder ausserhalb des Landes geflüchtet, wie das Hilfswerk UNHCR berichtet. Viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene kehrten trotz des anhaltenden Krieges in ihre Heimatregionen zurück.

Unterdessen stieg nach offiziellen Angaben die Zahl der Toten bei einem Drohnenangriff auf einen Markt an der Grenze zwischen Südsudan und Sudan. Der Informationsminister der Region Abyei sprach von 153 Toten (ref.ch berichtete). Weitere Menschen würden nach wie vor vermisst. Er machte die sudanesische Armee für den Angriff verantwortlich. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Angriff scharf.

Die Zustände in den Regionen Darfur, Kordofan und Blauer Nil, wo Kämpfe und Luftangriffe immer mehr Menschen zur Flucht zwingen, sind laut UNHCR ebenfalls besorgniserregend. Zudem werde es für Helfer immer schwieriger, bedürftige Menschen zu erreichen. Im Sudan bekämpfen sich seit April 2023 die Armee und die RSF. UN-Experten werfen beiden Parteien schwere Verbrechen vor. (epd/ dst)

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