Sudan

Amnesty dokumentiert schwere Verbrechen in Al-Faschir

Monatelang hatte die paramilitärische Miliz der Rapid Support Forces (RSF) Al-Faschir belagert, bis sie die sudanesische Stadt im Oktober 2025 einnahm. Amnesty International erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Kämpfer der Miliz.

Mord, Folter, Vergewaltigungen und andere Formen der Gewalt: Das wirft Amnesty International der RSF-Miliz vor. Die Miliz habe schwere Verbrechen bei der Belagerung und Einnahme der sudanesischen Stadt Al-Faschir begangen, teilte die Menschenrechtsorganisation bei der Veröffentlichung einer Recherche mit. Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard sprach von einem «Schandfleck auf dem Gewissen der Menschheit».

Der Krieg in dem nordostafrikanischen Land sei ein «Krieg gegen die Zivilbevölkerung», sagte Callamard. Die Welt sei vor dem Horror von Al-Faschir gewarnt gewesen, als die RSF-Miliz die Stadt eingekesselt habe.

Al-Faschir, die Hauptstadt des sudanesischen Bundesstaats Nord-Darfur, war von Anfang 2024 bis Oktober 2025 von der RSF-Miliz belagert und schliesslich eingenommen worden. Nahezu täglich kam es zu Luftangriffen.

Nach dem Einrücken der Miliz drangen Berichte über Massaker an der Zivilbevölkerung nach aussen. Für die Recherche hat Amnesty nach eigenen Angaben mit 247 Menschen gesprochen, mehr als 200 davon sind Überlebende der Gewalt. Dazu seien knapp 90 Videos und Satellitenbilder ausgewertet worden.

Die Auswertung lasse den Schluss zu, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit verfolgt worden seien, sagt Amnesty International. In dem Bericht dokumentierte Taten erfüllten möglicherweise den Tatbestand des Völkermords. Der RSF-Miliz, die sich arabischen nomadischen Gruppen zugehörig fühlt, wird immer wieder gezielte Gewalt gegen nicht arabische Bevölkerungsgruppen im Sudan vorgeworfen.

Im Sudan wird seit drei Jahren ein erbitterter Krieg zwischen der regulären Armee und der RSF-Miliz ausgefochten. Beiden Konfliktparteien wurden bereits in der Vergangenheit Kriegsverbrechen vorgeworfen. Amnesty rief zu einem sofortigen Waffenstillstand und zur Einrichtung einer internationalen Truppe zum Schutz der Bevölkerung auf. (epd/ dst)

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