Sudan
Mindestens 880 tote Zivilisten durch Drohnen
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat den zunehmenden Einsatz von Kampfdrohnen gegen Zivilistinnen und Zivilisten im Sudan scharf verurteilt. In den ersten vier Monaten 2026 seien dadurch mindestens 880 Menschen getötet worden, über 80 Prozent aller zivilen Todesopfer, erklärte Türk. Drohnen seien im Krieg zwischen dem Militär und der paramilitärischen RSF-Miliz zur schlimmsten Gefahr für die Zivilbevölkerung geworden.
Die unbemannten Flugkör
Türk forderte wirksame internationale Massnahmen, um den Transfer von bewaffneten Drohnen an die Konfliktparteien zu verhindern. Es sei abzusehen, dass sich die Drohnenangriffe auf Zivilisten und zivile Objekte verschlimmern, wenn sie straffrei blieben.
Im Sudan-Krieg kämpfen die Armee, die offiziell die Regierung stellt, und die Miliz «Rapid Support Forces» (RSF) seit April 2023 um die Macht. Laut Medienrecherchen, Fachleuten und UN-Experten haben die Vereinigten Arabischen Emirate die RSF in der Vergangenheit unter anderem mit Waffenlieferungen unterstützt.
Auch Äthiopien soll der Miliz, der Kriegsverbrechen vorgeworfen werden, militärisch Beihilfe geleistet haben. Der Konflikt hat eine schwere humanitäre Krise ausgelöst. Laut den Vereinten Nationen sind mehr als 33 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Millionen Kinder, Frauen und Männer befinden sich auf der Flucht. (epd/ no)