Kantonalkirche Zug
Freie Abgabe von Binden und Tampons
Initiiert wurde das Projekt zur freien Abgabe von Mens-Produkten von Pfarrerin Katrin Frey, die mehrere Jahre in London lebte, heisst es in einer Mitteilung der Reformierten Kantonalkirche Zug. Diese Zeit habe Frey zu der Idee inspiriert.
In England seien in vielen Pubs und am Arbeitsplatz die Spender mit weiblichen Hygieneprodukten selbstverständlich. In Berlin habe Frey ein ähnliches Kirchenprojekt gesehen, heisst es weiter. Nun habe sie die Idee in der reformierten Kirche in Ägeri umsetzen können.
Für Katrin Frey ist das Pilotprojekt laut Mitteilung mehr als praktische Hilfe. «Es ist ein tief feministisches Anliegen», wird die Pfarrerin zitiert. Menstruation sei ein natürlicher Vorgang, werde aber oft tabuisiert oder belächelt. Wer blute, müsse dennoch funktionieren – in Schule, Beruf und Alltag, manchmal unter Schmerzen. «Es geht um Sichtbarkeit und Würde», sagt Frey. Die Pfarrerin ist auch im Vorstand für feministische Theologie.
Mit dem Projekt will die Reformierte Kirche sensibilisieren, Würde stärken und unkompliziert helfen. Finanziert werde es aus dem Budget für bestehende Sachmittel – wie Toilettenpapier oder Seife. «Es ist Aufgabe der Kirche, Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen und dort zu unterstützen, wo es möglich ist», wird Frey zitiert. Derzeit laufe die Testphase. Bewähre sich das Angebot, könnten weitere Kirchen der Reformierten Kirche Kanton Zug nachziehen. (dst)