Filmtipp: «Shalom Allah»

«Shalom Allah» erzählt die Geschichte von Schweizerinnen und Schweizern, die in einer Zeit latenter Islamophobie zum Islam konvertieren und konfrontiert die Zuschauenden mit ihren Vorurteilen.

In der Schweizerischen Bundesverfassung Artikel 15 ist festgeschrieben, dass alle Schweizerinnen und Schweizer das Recht haben, ihre weltanschauliche Überzeugung frei zu wählen und zu bekennen. Sie dürfen ihre Überzeugung auch ändern, so wie Johan, Aïsha und das Ehepaar Lo Manto dies getan haben, als sie zum Islam konvertiert sind.

Unter Verdacht

«Was ist denn am Islam schlecht?», fragt Miriam Lo Manto ihre Mutter, die verzweifelt berichtet, dass Bekannte den Kontakt zu ihrer Tochter der Konversion wegen abgebrochen hätten. Und Johann erklärt, er stehe sofort unter Verdacht Islamist zu sein, wenn er im Tarnanzug an der Reckstange trainiere.

Es scheint fester Bestandteil der Konversions-Biographie zu sein, mit harten Vorurteilen konfrontiert zu werden. Wer bewusst seine Religion wählt, ist eine Überzeugungstäterin und steht bald unter Verdacht fundamentalistisch zu sein. Könnte sein. Kann aber auch nicht sein.

Lehrstück über Vorurteile

David Vogel vermittelt seine Protagonistinnen als religiös Suchende und Zweifelnde und er lässt sie mit grossem Respekt mit ihren Widersprüchlichkeiten leben. «Shalom Allah» ist ein Lehrstück über Vorurteile. Die zentrale Frage darin ist, belassen wir es bei ihnen oder versuchen wir den Menschen zu begegnen, so wie David Vogel es in seinem Film vormacht.

«Shalom Allah», Schweiz 2019, Regie: David Vogel, Besetzung: Johan Shaw, Aïcha Schmid, Miriam Lo Manto, Franco Lo Manto; Verleih: First Hand Films,  www.firsthandfilms.com

Kinostart: 19. März 2020