Filmtipp: ««Tutti insieme – Magari»

Kann eine Patchwork-Familie funktionieren? Die italienische Regisseurin Ginevra Elkann zeigt in «Tutti insieme - Magari» mit viel Humor und Feingefühl, wie schwierig es für alle Beteiligten ist, sich vom Idealbild einer Familie zu lösen.

Paris, Ende der 80er Jahre. Weil die Mutter mit Schwangerschaftsproblemen kämpft, werden die drei Kinder Alma, Jean und Seb kurzerhand zum Vater nach Rom verfrachtet. Mit ihm, den sie alle drei seit einem Jahr nicht mehr gesehen haben, sollen die Weihnachtstage verbracht werden. In Rom angekommen findet der Vater keine Zeit. Irgendwann fahren sie dann doch noch los – allerdings nicht in die versprochenen Skiferien, sondern ans Meer, und dies in Begleitung der neuen Freundin des Vaters. Die junge Frau begegnet den Kindern offen und liebevoll, der Vater bleibt ihnen gegenüber aber gereizt und distanziert. Seit seine Exfrau mit den Kindern und ihrem neuen Mann nach Paris gezogen ist, fühlt er sich als Nebendarsteller in der Familie. Doch dann passiert ein folgenschwerer Unfall.

Unerhörte Gebete

Im Film der italienischen Regisseurin Ginevra Elkann erinnert sich die kleine Alma an diese Ferien. Immer wieder betet sie inbrünstig zu Gott und allen Heiligen, damit ihre Eltern in naher Zukunft wieder zusammenkommen mögen. Insgeheim weiss sie aber, dass dies ein Traum bleiben wird. Und so spielt sie in ihrem Kopf immer wieder alle möglichen Familienkonstellationen durch.

Eindrücklich zeigt der Film auf, wie schwierig es für alle Beteiligten ist, sich vom Idealbild einer Familie zu lösen und eine eigene und funktionierende Form als getrennt lebende Familie zu finden. «Tutti Insieme» ist ein grossartig gespieltes Drama. Frei von Pathos und Urteil zeigt Elkanns Film die verschiedenen Möglichkeiten des Zusammen­lebens.

«Tutti insieme –  Magari» («Tutti insieme»), Italien/Frankreich 2019, Regie: Ginevra Elkann; Besetzung: Alba Rohrwacher, Ricardo Scamarcio, Céline Sallette; Verleih: Xenix Filmdistribution GmbH.

Kinostart: 30. Januar 2020.