EVP sagt Nein zur Widerspruchslösung
Mit deutlicher Mehrheit (82 Nein zu 5 Ja bei 7 Enthaltungen) haben sich die Delegierten der Evangelischen Volkspartei Schweiz (EVP) gegen die Änderung des Transplantationsgesetzes ausgesprochen. «Die erweiterte Widerspruchslösung verstösst gegen die Menschenwürde. Sie verletzt das in der Verfassung geschützte Recht der Menschen auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung massiv», heisst es in einer Medienmitteilung vom 28. März. Es sei falsch, wenn das Schweigen eines Menschen nach seinem Tod einfach als Zustimmung gedeutet werde und man letztlich einfach den Druck auf die Angehörigen stark erhöhe.
Die nationale Ethikkommission habe im Gegensatz dazu mit dem Erklärungsmodell eine sinnvolle und ethische Alternative vorgeschlagen, um die Zahl der Organspenden zu erhöhen. Denn der Wille zur Organspende sei in grossen Teilen der Bevölkerung vorhanden – er sei lediglich zu wenig dokumentiert, heisst es weiter. Das Erklärungsmodell setze genau hier an und will erreichen, dass die Menschen ihren eigenen Willen erklärten und festhielten.
Ja zum Filmgesetz
Mit deutlicher Mehrheit (79 Ja zu 12 Nein bei 4 Enthaltungen) befürworteten die Delegierten das geänderte Filmgesetz. Ebenso wie inländische Fernsehsender sollen auch Streaming-Anbieter vier Prozent ihres erwirtschafteten Umsatzes in das Schweizer Filmschaffen investieren. Ja sagten die Delegierten ebenfalls dazu, dass sich die Schweiz am personellen und technischen Ausbau der Grenz- und Küstenwache Frontex beteiligt (81 Ja zu 8 Nein bei 6 Enthaltungen).
Ukrainischer Botschafter spricht
An der Versammlung sprach auch der ukrainische Botschafter in der Schweiz, Artem Rybchenko, zu den Delegierten. «Wir schätzen die Solidarität des freien Volkes der Schweizerischen Eidgenossenschaft mit dem ukrainischen Volk in diesen schweren Zeiten, die unsere Generation zutiefst getroffen haben», dankte Botschafter Rybchenko laut Mitteilung. Der Krieg werde leider nicht morgen enden. Und das sei nicht nur ein Problem der Ukraine. Das sei ein Problem für ganz Europa, für die ganze Welt. (bat)