Drohungen gegen Lea Blattner

EVP-Vizepräsident sieht «kein generelles Homophobie-Problem»

Bei «Protestinfo» äussert sich François Bachmann, Vizepräsident der EVP Schweiz, zur Causa um Lea Blattner. Er stuft die Drohungen gegen die junge Frau als Einzelfälle ein.
EVP-Mitglieder würden eine «Vielzahl von Meinungen» vertreten, argumentiert der Vizepräsident der Partei. (Bild: Christian Beutler/ Keystone)

Die EVP-Politikerin Lea Blattner hat nach homophoben Drohungen Strafanzeige erstattet, berichtet «Protestinfo». François Bachmann, Vizepräsident der EVP Schweiz, sagt, man habe Blattner zu diesem Schritt ermutigt. «Einerseits ist eine rote Linie überschritten worden, andererseits kann die Polizei ihr am besten weiterhelfen.»

Bachmann verspricht Aufarbeitung und einen allfälligen Parteiausschluss von Mitgliedern, die potenziell Hassnachrichten verbreiteten. Er äussert sich aber auch zur Positionierung der Partei gegen Homophobie. «Ich glaube nicht, dass wir ein generelles Problem damit haben», sagt Bachmann. Mehrere EVP-Mitglieder seien homosexuell und würden sich an den Delegiertenversammlungen offen äussern. «Ich glaube auch nicht, dass die Partei in dieser Frage gespalten ist.»

EVP-Mitglieder würden eine Vielzahl von Meinungen vertreten, einige konservativer als andere. «Aber wir sind eine politische Partei und keine Kirche oder Glaubensgemeinschaft; es ist nicht unsere Aufgabe, moralische Richtlinien vorzugeben.» Wichtig sei, dass unterschiedliche persönliche, politische oder theologische Meinungen keinesfalls zu Ausgrenzung, Angriffen oder gar Drohungen führen dürften. (gab)

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