Homophobie

Co-Präsidentin Junge EVP tritt wegen Drohungen zurück

Nach ihrem Coming-Out erlebte Lea Blattner Anfeindungen und Drohungen. Nun tritt die Co-Präsidentin der Jungen EVP von ihrem Amt zurück. Der Partei bleibe sie aber erhalten.

Lea Blattner, Co-Präsidentin der Jungen EVP Schweiz, hat ihren Rücktritt angekündigt. Als Grund nannte die Baselbieterin auf Instagram homophobe Drohungen und Hassnachrichten nach ihrem Coming-Out als queere Person.

Diese Angriffe verorte sie bei Personen «aus Parteinähe», schrieb Blattner. «Der Rücktritt ist die Konsequenz aus Situationen, in denen Schutzmechanismen nicht ausreichend gegriffen haben», heisst es weiter in ihrem Post.

Die Entscheidung sei auch kein «rein persönlicher Schritt», sondern Ausdruck einer Erfahrung im politischen Raum, die nicht nur mit der EVP zu tun habe. Blattner werde weiterhin in der Partei bleiben, da sie deren Grundwerte teile.

Die Mutterpartei kündigte in einer Medienmitteilung an, die Situation aufzuarbeiten, mit dem Ziel, dass sich alle Mitglieder respektiert fühlen können. «Als Partei, die der Nächstenliebe verpflichtet ist, verurteilt die EVP jede Art von Hass und persönlichen Anfeindungen», schrieb die Parteileitung. Sie verurteile zudem einen anonymen Brief eines mutmasslichen EVP-Mitglieds «aufs Schärfste». Dieser hatte unter Gewaltandrohung ihren Austritt aus der Partei gefordert.

Blattner amtet als Einwohnerrätin in Allschwil, der grössten Gemeinde des Kantons Baselland. «Ich bin Christin. Ich bin Politikerin. Ich bin eine Frau, die Frauen liebt», gab sie im April 2025 bekannt. (sda/ gab)

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema