Drohungen gegen Lea Blattner
EVP Schweiz plant unabhängige Meldestelle
Mit einer unabhängigen Anlaufstelle will die EVP Schweiz Mitgliedern helfen, die mit Hass, Drohungen, Diskriminierungen oder belastenden Konflikten konfrontiert sind. Dies schreiben die Partei und Lea Blattner in einer gemeinsamen Medienmitteilung. «Mir ist wichtig, dass aus meinen Erfahrungen konkrete Verbesserungen entstehen», lässt sich Blattner darin zitieren.
Mittlerweile hat die angekündigte Aufarbeitung zwischen Blattner und Parteileitung begonnen. Schutz, Vertrauen und ein respektvoller Umgang innerhalb der Partei sollen so nachhaltig gestärkt werden. «Diese Ziele können wir nur gemeinsam erreichen», so Blattner.
Weitere Massnahmen werden laut Mitteilung geprüft und umgesetzt. «Dabei werden auch externe Fachpersonen beigezogen.» Die konkreten Details seien noch in Ausarbeitung.
In fast allen grossen Parteien haben sich LGBTIQ+-Mitglieder in internen Netzwerken organisiert. Darunter die Sozialdemokraten, die Grünen und Grünliberalen oder die Freisinnigen. Von 2010 bis 2023 gab es auch die Gay SVP. Eine unabhängige Meldestelle wie sie die EVP plant, scheint bisher aber bei keiner der Parteien zu existieren.
Vizepräsident François Bachmann sagt laut Mitteilung: «Die EVP nimmt ihre Verantwortung ernst. Wir setzten alles daran, unsere Mitglieder gut zu schützen und ein respektvolles Miteinander auf allen Ebenen sicherzustellen.» In einem Artikel von «Protestinfo» hatte Bachmann ein generelles Homophobie-Problem in der EVP verneint.
Weiterhin gibt es laut der Mitteilung keine Hinweise, dass die Hassnachrichten an Blattner eindeutig von Parteimitgliedern stammen würden. «Diese Feststellung entspricht dem aktuellen Kenntnisstand der Partei und ist nicht als Bewertung oder Relativierung zu verstehen.» Hass, Anfeindungen und Drohungen würden in keiner Form akzeptiert.
Blattner hatte im Januar ihren Rücktritt als Co-Präsidentin der Jungen EVP angekündigt (ref.ch berichtete). Als Grund nannte sie Hassnachrichten und Drohungen nach ihrem Coming-Out im letzten April. Dabei kritisierte sie auch die fehlende Unterstützung durch die Mutterpartei. Gegen den Absender eines anonymen Drohbriefs hat Blattner Strafanzeige eingereicht (ref.ch berichtete). (gab)