Evangelische Frauen schreiben rote Zahlen

Die Evangelischen Frauen Schweiz rechnen für 2020 mit einem Defizit von 90’000 Franken. Nun setzt der Verband auf Fundraising und Spendenaufrufe.

2021 ist auch für die Evangelischen Frauen Schweiz ein symbolträchtiges Jahr. Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums des Frauenstimmrechts hat der Verband zahlreiche Aktionen und Tagungen organisiert. So sollen unter dem Motto «Helvetia predigt!» unter anderem Theologinnen dazu aufgerufen werden, am 1. August auf die Kanzel zu steigen.

Ausgerechnet jetzt hat der Verband aber mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Aufgrund sinkender Einnahmen sei 2020 mit einem Defizit von 90'000 Franken zu rechnen, bestätigt die Finanzverantwortliche Barbara Fankhauser eine Meldung von reformiert.info.

«In zwei Jahren akut gefährdet»

Der Dachverband von reformierten Frauenverbänden und Einzelmitgliedern finanziert sich über Beiträge der Kantonalkirchen, Mitgliederbeiträgen und Spenden sowie den Fonds für Frauenarbeit der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS). Insbesondere der Beitrag aus dem Fonds ist laut Fankhauser im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen.

Das Geld stammt aus einer jährlichen Kollekte der EKS-Mitgliedkirchen. Wurden in den Vorjahren noch bis zu 100'000 Franken ausbezahlt, so waren es 2020 lediglich 14'000 Franken. Grund dafür sei ein Abbau des Fondsvermögens, sagt Fankhauser.

Aufgrund der Corona-Krise sei auch im laufenden Jahr mit weniger Einnahmen zu rechnen. Mit Spendenaufrufen und Fundraising sollen nun neue Mittel beschafft werden. Als erste Massnahme habe man bereits die Mitgliederbeiträge um 50 Prozent erhöhen müssen, sagt Fankhauser. «Gelingt es uns nicht, zusätzliche Einnahmen zu erzielen, ist unser Verband spätestens 2023 akut gefährdet.» (no)