Evangelische Frauen lehnen Verhüllungsverbot ab

In einer Stellungnahme äussern sich die Evangelischen Frauen Schweiz zur Burkaverbots-Initiative.


Die Evangelischen Frauen Schweiz (EFS) finden es falsch, ein schweizweites Burkaverbot zu erlassen. Die Initiative «Ja zum Verhüllungsverbot» sei kontraproduktiv. Die Initiative würde Frauen, die zur Verhüllung gezwungen werden, in die Isolation treiben.

Schädlich für den Religionsfrieden

Die Initiative trage zu einer gesellschaftlichen Polarisierung bei, wie schon die Minarett-Initiative. Von den damit verbundenen Anfeindungen seien wiederum oft Musliminnen mit Kopftuch betroffen, schreiben die EFS in ihrer Stellungnahme.

Die EFS strebe eine Gesellschaft an, in der sich alle frei entfalten können, und deren Religionsgemeinschaften in Frieden zusammen leben. In ihren Augen ist die Initiative diesem Ziel abträglich.

Im Gegensatz zur Initiative unterstützen die EFS den Bundesrat bei seinen Bemühungen, die Pflicht zur Enthüllung des Gesichts zu regeln und den Zwang zur Verhüllung zu bestrafen. Der Bundesrat will in einem indirekten Gegenvorschlag ein Zwangs- statt eines Verhüllungsverbotes einführen.

Zwang als Tatbestand

Der Gegenvorschlag sieht vor, dass gebüsst werden kann, wer sein Gesicht nach mehrmaliger Aufforderung nicht enthüllt. Die EFS betonen in ihrer Stellungnahme, dass dies situationsgerecht formuliert werden müsse. Die Person müsse den Grund dafür und die Konsequenzen einer Verweigerung verstehen können.

Weiter schreiben die EFS, dass der Bundesrat ein wichtiges Zeichen damit setze, den Zwang zur Gesichtsverhüllung als Tatbestand im Strafgesetzbuch zu erwähnen. Es sei richtig, die Person zu bestrafen, die jemanden zur Verhüllung zwingt. (pd)