St. Galler Kirchenrat lehnt Verhüllungsverbot ab

Im Kanton St. Gallen seien kaum Nikab- oder Burkaträgerinnen anzutreffen, argumentiert der Kirchenrat. Er setzt auf Dialog statt Verbot.


Der reformierte Kirchenrat St. Gallens empfiehlt den Stimmbürgern am 23. September das Gesichtsverhüllungsverbot abzulehnen. Die Gesetzesvorlage würde mehr Probleme verursachen als lösen, argumentiert der Kirchenrat in einer Medienmitteilung vom 17. September.

Dialog statt Verbot

Im Kanton St. Gallen seien kaum je Nikab- oder Burkaträgerinnen anzutreffen, schreibt der Kirchenrat weiter. Er befürchtet ausserdem, dass sich das Gesprächsklima zwischen den Religionsgemeinschaften verschlechtern könnte, da die Vorlage auf ein religiöses Symbol abzielt. Davon sei die gesamte muslimische Gemeinschaft betroffen.

Interreligiöser Dialog oder Integrationsbestrebungen seien zielführender als Verbote, schreibt der Kirchenrat weiter. Erfahrungen der letzten Jahre hätten gezeigt, dass der interreligiöse Dialog innerhalb des Kantons gut funktioniere. Als Beispiel nennt er die «St. Galler Erklärung», worin Privatpersonen, Staats- und Religionsvertreter sich zu gemeinsamen Grundwerten und dem interreligiösen Dialog bekennen. (pd)