Evangelische Frauen fordern Schutz für geflüchtete Frauen

Die Evangelischen Frauen Schweiz sind besorgt über die Situation von geflüchteten Frauen. Sie bräuchten mehr Schutz und auch Unterstützung bei der Kinderbetreuung.


Im Hinblick auf den Flüchtlingssonntag vom 17. Juni weisen die Evangelischen Frauen Schweiz (EFS) auf die Probleme geflüchteter Frauen hin. Ihre besondere Situation müsse bekannter werden.

Eine Besonderheit sei, dass geflüchtete Frauen oft mit Kindern in die Schweiz kommen, schreiben die EFS am 15. Juni. Hier hätten sie jedoch keine Verwandten oder Bekannten, die auf die Kinder aufpassen können. Darum brauche es zum Beispiel während der Asylanhörung eine Kinderbetreuung. Fluchtgründe könne man nicht mit dem Kind auf dem Arm erzählen, das gleiche gelte für Deutschkurse.

Über Rechte informieren

Ausserdem müssten geflüchtete Frauen vor sexualisierter Gewalt geschützt werden. Separate Toiletten und Duschen in Asylunterkünften seien unverzichtbar. Auch müssten die Frauen konsequent über ihre Rechte informiert werden – und dass man ihnen diese auch zugesteht.

So haben Frauen, die vor sexualisierter Gewalt oder vor einer Zwangsheirat flüchten, in der Schweiz ein Recht auf Asyl. Opfer von Menschenhandel sollen in jedem Fall hier Schutz erhalten, wie es das Palermo Protokoll vorsehe. Das Abkommen definiert  unter anderem Frauen- und Kinderhandel, und wie dieser bekämpft werden kann. Die Schweiz hat dieses Protokoll 2006 unterzeichnet.

Weitere Gründe und Beispiele von Fluchtgeschichten haben die EFS in einer achtseitigen Broschüre publiziert. Die Evangelischen Frauen Schweiz vertreten als Dachverband von kirchlichen und kirchennahen Frauenorganisationen nach eigenen Angaben die Interessen von rund 37’000 Frauen. (pd)