Erstmals treten Europas Protestanten geschlossen in einen Dialog mit dem Vatikan. Aus Anlass der 8. Vollversammlung der Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen Europas (GEKE) unterzeichneten ihr Präsident Gottfried Locher und Kardinal Kurt Koch am Sonntagmorgen im Basler Münster eine entsprechende Absichtserklärung.
Nicht alles «verhandelbar»
Der Dialog sei Herausforderung und Chance zugleich, sagte Kardinal Koch vor den rund 600 Gottesdienstteilnehmern. Koch bedankte sich bei der GEKE für die Idee zum Dialog, sie sei ein «wunderschönes Zeichen». Gottfried Locher betonte die historische Bedeutung der Erklärung. Zugleich erinnerte er daran, dass es Fragen gebe, die aus protestantischer Sicht nicht verhandelbar seien. Dazu gehöre zum Beispiel die Frauenordination.
Dem zweistündigen Festakt wohnte auch Aussenminister Ignazio Cassis bei. In seinem Grusswort des Bundesrates bezeichnete er die Absichtserklärung als wichtigen Schritt. Dies umso mehr, als «in der Vergangenheit nicht immer das Verbindende betont wurde, sondern oft auch das Trennende.» Cassis verwies weiter auf die Politik, in der der Geist des Kompromisses ebenfalls wichtig sei. Mit seiner christlichen Tradition und seiner Offenheit sei Basel der ideale Ort für ein neues Miteinander.












