Europas Protestanten tagen in Basel

Stellvertretend für die rund 50 Millionen europäischen Protestanten trifft sich ab morgen die Vollversammlung der evangelischen Kirchen. Besprochen wird unter anderem die politische Lage in Europa und der Dialog mit der katholischen Kirche.


In Basel findet vom 13. bis zum 18. September die 8. Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) statt. Die Delegierten aus mehr als 30 Ländern Europas beraten über drängende Zukunftsfragen wie Migration, Rechtsextremismus und Fremdenhass, teilte der Dachverband mit. Die Versammlung will unter anderem eine Stellungnahme zum aktuellen politischen Geschehen in Europa abgeben.

In der Schweiz mit Blick nach Rom

Am 16. September findet im Rahmen der Vollversammlung der sogenannte Schweizertag statt. So beginnt der Festgottesdienst im Basler Münster mit einer Jodelliturgie. Bundesrat Ignazio Cassis wird die Landesregierung vertreten. 

Mit Blick auf die Ökumene erwägt die GEKE-Vollversammlung die Aufnahme weiterer Gespräche mit dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen. Dazu soll eine Absichtserklärung zwischen dem Vatikan, vertreten durch Kardinal Kurt Koch, und dem GEKE-Präsidenten, Gottfried Locher, unterzeichnet werden.

Damit soll der Grund für einen neuen Dialog zwischen der römisch-katholischen Kirche und den evangelischen Kirchen Europas gelegt werden. Das Dokument werde während des Festgottesdienstes unterzeichnet, hiess es.

Gemeinsam verschieden

Die GEKE wurde 1973 gegründet, damals noch unter dem Namen «Leuenberger Kirchengemeinschaft». Zentrales Ziel war damals die Spaltung zwischen den reformierten und lutherischen Kirchen Europas zu überwinden. Theologen bezeichnen das zu Grunde liegende Ökumene-Modell als «Einheit in versöhnter Verschiedenheit». Die Mitgliedskirchen gewähren sich Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Sie erkennen gegenseitig Ordination und Ämter an.

Der Dachverband repräsentiert die rund 50 Millionen europäischen Protestanten aus fast 100 lutherischen, methodistischen, reformierten und unierten Kirchen. Er versteht sich als evangelische Stimme Europas. (epd/pd)