Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz
Was Sie zur kommenden EKS-Synode wissen müssen
Hinter vielen der 20 Traktanden der Sommersynode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) verbirgt sich dieselbe Grundfrage: Wie verstehen sich die reformierten Kirchen als Gemeinschaft, sowohl nach innen als auch nach aussen?
Darüber debattieren die Delegierten der reformierten Kantonalkirchen von Sonntag, dem 14. Juni, bis Dienstag, 16. Juni 2026, im freiburgischen Bulle.
Ein neuer Beitragsschlüssel als Solidaritätstest
Besonders deutlich zeigt sich diese Frage beim neuen Beitragsschlüssel, über den die Synode entscheiden soll. Auf den ersten Blick eine technische Finanzvorlage, stellt sie den kirchlichen Zusammenhalt auf die Probe.
Der neue Schlüssel soll die Beiträge der Mitgliedkirchen an die EKS einfacher und transparenter berechnen. Gleichzeitig würden ärmere Kirchen entlastet, reichere stärker zur Kasse gebeten.
Wie der neue Schlüssel im Detail funktionieren soll, welche Alternativen es gäbe und auf welcher Grundlage er entstanden ist, lesen Sie in unseren Zehn Fragen und Antworten zum neuen Beitragsschlüssel.
Wie viel Solidarität dürfen die ärmeren Kirchen von den reicheren erwarten? Luzern, das für die EKS-Mitgliedschaft rund 80 Prozent mehr zahlen müsste, kritisiert den Schlüssel vehement. Die Gründe dafür erfahren Sie in diesem Text Neuer Beitragsschlüssel stellt Zusammenhalt der EKS auf die Probe.
Waadt fordert Klärung der Zuständigkeit
Die Frage nach den Kompetenzen der EKS stellt sich nicht nur bei den Finanzen. Der Synodalrat der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Waadt (EERV) möchte wissen, wie das in der Verfassung verankerte Subsidiaritätsprinzip ausgelegt wird. Dieses besagt, dass Aufgaben nur dann von der EKS übernommen werden sollen, wenn die Mitgliedkirchen oder ihre Verbände diese nicht selbst übernehmen können.
Mehr dazu vermittelt unsere Meldung Waadt fordert mehr Transparenz bei EKS-Kompetenzen.
Damit berührt die Waadtländer Anfrage eine Grundsatzfrage der reformierten Kirchenorganisation: Welche Aufgaben sollen bei den Kantonalkirchen bleiben, und wo ist ein gemeinsames Handeln auf nationaler Ebene angezeigt? Es geht an der EKS-Synode also nicht nur darum, wie die Mitgliedkirchen die EKS finanzieren, sondern auch darum, welche Aufgaben sie ihr übertragen wollen.
Wann soll sich die EKS politisch äussern?
Auch die Rolle der EKS in der Öffentlichkeit beschäftigt die Synodalen. Eine Interpellation der Zürcher Kirchenratspräsidentin Esther Straub, die von elf weiteren Synodalen unterzeichnet wurde, fordert Klarheit, wann sich die EKS zu politischen Fragen äussert und wann nicht.
Die Details finden Sie hier Der EKS-Rat muss erklären, nach welchen Kriterien er politisch Stellung bezieht.
So treffen an der Synode mehrere Debatten aufeinander, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Eine dreht sich um Geld, die andere um öffentliche Kommunikation, eine weitere um Zuständigkeiten.
Tatsächlich kreisen sie alle aber um dieselbe Frage: Welche Rolle soll die EKS innerhalb der reformierten Kirchenlandschaft der Schweiz spielen? Die Synode von Bulle wird darauf keine abschliessenden Antworten geben. Doch die Entscheide dürften zeigen, in welche Richtung sich die EKS bewegen könnte.