Deutschland
Museum gibt geraubten Schädel an Indonesien zurück
Zehn menschliche Schädel aus den Beständen des Museums Wiesbaden sollen wieder in ihr Herkunftsland Indonesien gebracht werden. Wie das hessische Wissenschafts- und Kulturministerium mitteilt, sollen sie in den nächsten Tagen Vertretern der indonesischen Regierung übergeben werden.
Nach Ministeriumsangaben handelt es sich um den deutschlandweit ersten Fall, in dem nach Europa verbrachte menschliche Überreste wieder nach Indonesien zurückkehren.
Die Schädel waren im 19. Jahrhundert nach Hessen gelangt und stammten aus einer ethnografischen Sammlung des Militärarztes Ernst Albert Fritze. Deutsche Museen durchforschen seit mehreren Jahren systematisch ihre Sammlungen auf unrechtmässige Erwerbungen aus der Kolonialzeit.
Bereits 2023 hatte das Museum Wiesbaden einen sogenannten Toi Moko – einen tätowierten Maori-Ahnenschädel – an Neuseeland zurückgegeben. Auch diesen Maori-Schädel hatte Fritze einst an das Museum in Wiesbaden geschickt.
Der Arzt stand seit 1817 in niederländischen Diensten und hatte aus der damaligen Kolonie Niederländisch-Indien immer wieder auch Tierpräparate in seine Heimat gesandt. Die Naturhistorische Sammlung des Museums verdankt ihm zahlreiche Exponate, darunter auch ein Schaupräparat des mittlerweile ausgestorbenen Java-Tigers. (epd/ dst)