Deutschland
Mehrheit des neuen Kabinetts legt Eid mit «So wahr mir Gott helfe» ab
Viele Mitglieder der neuen Bundesregierung setzen auf Gottes Hilfe im Amt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sowie 13 der 17 Ministerinnen und Minister legten bei ihrer Vereidigung im Bundestag den Eid mit dem Zusatz «So wahr mir Gott helfe» ab. Die religiöse Beteuerung ist ein freiwilliger Zusatz zum Amtseid. In der Vorgängerregierung verzichteten viele Kabinettsmitglieder auf die Formel, auch der damals zum Bundeskanzler gewählte Olaf Scholz (SPD). In Teilen der Kirchen war das auf Enttäuschung gestossen.
In der neuen Koalition ist es anders. Neben Merz sprachen unter anderem der Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) den Eid mit dem Zusatz «So wahr mir Gott helfe». Verteidigungsminister Boris Pistorius, Arbeitsministerin Bärbel Bas, Umweltminister Carsten Schneider und Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (alle SPD) verzichteten darauf.
In der Schweiz können Bundesrätinnen und Bundesräte wählen, ob sie geloben wollen, «die Verfassung und die Gesetze zu achten» und ihre Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen – oder ob sie «vor Gott dem Allmächtigen» schwören möchten, dies zu tun. Mitte-Bundesrat Martin Pfister entschied sich im März für die letztere Variante.
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, wünschten Merz nach der Wahl Kraft, gutes Gelingen und Gottes Segen. Fehrs gratulierte mit Worten aus der Bibel: «Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.» Das sei hilfreich, «wenn man in schwierigen innen- und aussenpolitischen Zeiten Bundeskanzler ist», erklärte die Hamburger Bischöfin.
Im neuen Bundeskabinett gibt es deutlich mehr religiös gebundene Politiker und Politikerinnen als in der Regierung von Olaf Scholz (SPD). 8 der 18 Mitglieder, darunter Kanzler Merz, gehören der katholischen Kirche an. Die neue Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD) stammt aus einer irakisch-katholischen Familie. Drei Ministerinnen und Minister, darunter Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) sind evangelisch. Die Bildungsministerin Karin Prien (CDU) stammt aus einer jüdischen Familie. (epd/ dst)