Beratungsstelle

Corona-Pandemie befeuert Verschwörungs­mythen

Verschwörungstheorien haben der Fachstelle infoSekta im letzten Jahr viel Arbeit beschert. Daneben gab eine religiöse Organisation besonders viel zu reden.

Im letzten Jahr haben sich knapp 3000 Menschen von der Fachstelle infoSekta beraten lassen. Das geht aus dem Jahresbericht hervor. Damit ist die Zahl der Anfragen im Vergleich zum Jahr 2020 etwa gleich geblieben. Meist handelte es sich bei den Ratsuchenden um Angehörige, die sich Sorgen um ein Familienmitglied gemacht hätten, das in ein «sektenhaftes Milieu» geraten und/ oder emotional nicht mehr erreichbar sei.

Die Anfragen betrafen rund 260 Gemeinschaften und Einzelanbieterinnen. Auffällig war laut Angaben der Fachstelle, dass sich viele Kontakte um Verschwörungsmythen drehten. Gerade die Corona-Krise habe zu zahlreichen familiären Konflikten rund um Verschwörungstheorien geführt.

In Bezug auf einzelne Organisationen seien mit Abstand die meisten Anfragen zu den Zeugen Jehovas gekommen. So würden ehemalige Mitglieder unter dem Kontaktabbruch zur Familie leiden, Ausstiegswillige wollten sich über die Konsequenzen informieren oder Lehrpersonen suchten Hilfe für den Umgang mit einem Schulkind aus einer Zeugen-Jehovas-Familie. Bei zwanzig Prozent aller Anfragen gab es einen Bezug zu Kindern, heisst es im Bericht weiter.

Die Fachstelle infoSekta informiert und berät bei Fragen im Zusammenhang mit sektenhaften Gruppierungen und verwandten Phänomenen. Sie ist konfessionell unabhängig, wird aber unter anderem von Kirchgemeinden finanziell unterstützt. (mos)