Pandemie

«Corona-Manifest» der Stadtzürcher Kirchen

Die reformierte, die katholische und die christkatholische Kirche in der Stadt Zürich haben ein gemeinsames Versprechen abgelegt, wie sie während der Corona-Krise für die Menschen da sein wollen. So soll beispielsweise niemand alleine sterben.

Im sogenannten «Corona-Manifest» halten drei Stadtzürcher Kirchen fest, wie sie sich trotz einschränkender Regelungen speziell für Kranke und Schwache einsetzen wollen. Die erste Welle der Corona-Pandemie habe gezeigt, welche «einschneidenden, ja brutalen Auswirkungen» die Massnahmen auf das Zusammenleben hätten, schreiben die reformierte Kirchgemeinde Zürich, der Verband der katholischen Stadtzürcher Kirchgemeinden und die christkatholische Kirchgemeinde Zürich in einer Medienmitteilung vom 6. November.

Deshalb haben sie gemeinsam Grundsätze vereinbart, wie sich dennoch um die Menschen kümmern können. So soll niemand alleine sterben, in den letzten Minuten soll eine Person am Bett weilen dürfen.

Das Manifest sei aber auch ein Appell an die Gesellschaft, dass Gesundheit nicht gegen Seelsorge aufzuwiegen sei. Die Kirchen fordern deshalb ein Umdenken. Mit-Initiator und Grossmünster-Pfarrer Christoph Sigrist sagt dazu: «Das Corona-Virus hält uns unsere Verwundbarkeit und auch unsere Sterblichkeit vor Augen. Ein Thema, das bei uns zunehmend tabu ist. Wir müssen miteinander, nicht nur als Kirche, wieder den Mut haben, über die Aspekte Sterben und Tod zu diskutieren.»

Das «Corona-Manifest» wird am 11. November von den Präsidien der beteiligten Kirchen unterschrieben. (mos)