Seenotrettung
Kapitänin Rackete verlässt Europaparlament
Die parteilose Europaabgeordnete Carola Rackete, die im vergangenen Jahr für die Linkspartei ins Europäische Parlament eingezogen war, kündigt ihren Rückzug aus dem Parlament an. Nachfolger wird Martin Günther aus Brandenburg.
Zur Entscheidung, ihr Mandat niederzulegen, erklärte die 37-jährige Deutsche: «Meine Kandidatur und mein Mandat hatten von Anfang an das Ziel, zur Erneuerung der Partei beizutragen – ein Prozess, der erfolgreich verläuft.» Als Mitglied sozialer Bewegungen hätten sie und ihr Team von Beginn an darüber diskutiert, das Mandat kollektiv zu gestalten. Das geschehe nun durch die Weitergabe des Mandats.
Ihr Nachfolger Martin Günther (Die Linke) kündigte an, den Einsatz für Klimagerechtigkeit fortzusetzen. «Als Ökonom sind mir die wirtschaftlichen Zusammenhänge dabei besonders wichtig. Eine sozialere und ökologischere EU wird es nur geben, wenn wir sie von den Superreichen und ihren Lobbyisten zurückerobern», sagte er.
Carola Rackete wurde von der Linken für die Europawahl nominiert und 2024 in das Europäische Parlament gewählt. Das sorgte für Kritik, auch aus der Linkspartei: «Der Vorschlag des Parteivorstandes, die parteilose Carola Rackete an sämtlichen Parteigremien vorbei als Spitzenkandidatin für die Europawahl auszurufen, beweist weiter die Geisterfahrt der politischen Führung der Linken», sagte beispielsweise der Linken-Bundestagsabgeordnete Klaus Ernst im Sommer 2023.
International bekannt wurde Rackete, als sie im Juni 2019 als Kapitänin der «Sea-Watch 3» aus Seenot gerettete Geflüchtete nach wochenlangem Warten trotz eines Verbots der italienischen Behörden in den Hafen von Lampedusa brachte. Sie war seit 2016 als Kapitänin für Nichtregierungsorganisationen in der Seenotrettung im Mittelmeer aktiv. (epd/ dst)