Caritas kritisiert Schweizer Asylsystem
Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat die grösste Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Die Schweiz hat bisher rund 75'000 Personen aus der Ukraine aufgenommen. An einer Medienkonferenz hat die Caritas Schweiz eine Zwischenbilanz zum Krieg gezogen.
Die humanitäre Lage in der Ukraine sei katastrophal. Die Caritas unterstütze die Bevölkerung mit Hilfsgütern und bei der Flucht. Zudem organisiere sie temporäre Unterkünfte und betreue Flüchtlinge psychologisch. Im Süden und Osten des Landes helfe die Caritas den Menschen mit Bargeld und der Reparatur von Gebäuden. Für das entsprechende Projekt hat das Hilfswerk 8,3 Millionen Franken budgetiert.
Zudem ist die Caritas in den Nachbarländern der Ukraine aktiv. Dort habe es zehn Projekte mit zehn Millionen Franken unterstützt. Geld erhält die Caritas von der öffentlichen Hand, kirchlichen Institutionen, der Glückskette, Stiftungen und Privaten.
Engagement in der Schweiz
Hierzulande helfe die Caritas ukrainischen Flüchtlinge, indem sie ihnen Gastfamilien vermittle, Programme zur sozialen und beruflichen Integration organisiere und ihnen Kleider und Lebensmittelgutscheine abgebe. Dafür hat sie zwei Millionen Franken aufgewendet.
Der Direktor der Caritas Schweiz, Peter Lack, zog an der Medienkonferenz eine positive Bilanz zur geleisteten Hilfe. Diese sei schnell, umfassend und unkompliziert erfolgt. Zudem appellierte er die anhaltende Solidarität der Bevölkerung.
Abschaffung der Asylsozialhilfe
Auch wenn das Hilfswerk die Behörden für die Aktivierung des Schutzstatus S für die ukrainischen Flüchtlinge lobte, gab es für sie auch Kritik. Gemäss der Caritas reicht die Asylsozialhilfe nicht für ein menschenwürdiges Leben in der Schweiz aus und soll deshalb zugunsten der regulären Sozialhilfe abgeschafft werden.
Zudem bemängelt die Caritas, dass Personen aus anderen Kriegsgebieten nicht gleich behandelt werden wie Flüchtlinge aus der Ukraine. Sie fordert deshalb, dass alle schutzbedürftigen Personen den Status S erhalten. (sda/pef)