Basler Münster-Jubiläum im Zeichen der Ökumene

Mit einem Gottesdienst feierten Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft am 14. April das 1000-Jahr-Jubiläum des Basler Münsters. In einer Absichtserklärung bekräftigten Kirchenratspräsident Lukas Kundert und Bischof Felix Gmür ihren Wunsch nach mehr ökumenischer Zusammenarbeit.


Mehrere Hundert Besucher sassen am Palmsonntag dicht gedrängt im festlich beflaggten Münster. Sie alle waren gekommen, um das 1000-Jahr-Jubiläum des Basler Wahrzeichens zu feiern. Die Münsterpfarrerin Caroline Schröder Field, der Baselstädtische Kirchenratspräsident Lukas Kundert und Bischof Felix Gmür eröffneten mit ihren Ansprachen den feierlichen ökumenischen Gottesdienst.

In ihrem Grusswort sagte Elisabeth Ackermann, Regierungsrätin des Kantons Basel-Stadt, das Münster sei für Basel mehr als ein Wahrzeichen, denn es stehe für alles, was Basel ausmache. Jenseits von Religionen und Konfessionen verkörpere es das Basel der Humanisten, Gelehrten und Wissenschaftler und sei deshalb «unser aller Münster», so Ackermann.

Wechselhafte Geschichte

Das am 11. Oktober 1019 von Kaiser Heinrich II und Kaiserin Kunigunde von Luxemburg gestiftete Münster blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück. In seinen Grundformen geht das heutige Münster auf den spätromanische Neubau im 12. Jahrhundert zurück. Es wurde jedoch mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Besonders verheerend wirkte sich das Erdbeben von 1356 aus, durch das die fünf Türme und Teile des Kirchenschiffes zerstört wurden.

Spuren hinterliess auch die Reformationszeit. 1529 brachen die Bilderstürmer das Tor des Münsters auf und zerstörten Altare, Kreuze und Skulpturen. In der Folge flohen die Domherren des Münsters. Der Basler Stadtrat übernahm darauf das Gebäude als Hauptpfarrkirche. An die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Basel-Stadt fiel das Münster erst im Zuge der Trennung von Kirche und Staat im Jahr 1911.

Ökumenische Zusammenarbeit verstärken

Heute sei die Zeit der Bilderstürmerei und der Zerstörungen vorbei, betonten Bischof Gmür und Kirchenratspräsident Kundert in ihren Ansprachen. Vielmehr wolle man den Weg nun gemeinsam gehen und das Ziel der sichtbaren Kirchengemeinschaft im Blick behalten. Im Rahmen des Gottesdienstes unterzeichneten die beiden Kirchenspitzen eine entsprechende Absichtserklärung.

Darin verpflichten sich Kundert und Gmür, die Ökumene in Basel «zu erhalten und auszubauen». In vielen Bereichen könne die Zusammenarbeit zwischen den Kirchen verstärkt werden, heisst es in dem Schreiben –  so zum Beispiel im Religionsunterricht, in der Spital-, Gefängnis- und Altersheimseelsorge oder in gemeinsamen Gebeten für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.

Orgelkonzerte und Handwerkermarkt

Bereits im Herbst 2019 hatten Kardinal Kurt Koch, Präsident des Rates zur Einheit der Christen, und Gottfried Locher, Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen, im Münster zum Dialog zwischen Protestanten und Katholiken aufgerufen. Diesem Wunsch wolle man nun auch auf lokaler Ebene Ausdruck verleihen, heisst es in der neuen Absichtserklärung.

Die Stadt Basel und die reformierte Kirche feiern das Münster-Jubiläum in den kommenden Monaten mit zahlreichen Veranstaltungen. Neben Ausstellungen zur Geschichte des Sakralbaus sind Orgelkonzerte, Theatervorführungen und ein zweitägiger Handwerkermarkt im Kreuzgang des Münsters geplant. (no)