Krieg im Nahen Osten

Ausnahmezustand seit Angriff auf Iran

Der Vertreter der EKD in Jerusalem sagt, die Christen im Land seien erschöpft. Sie suchten Schutz vor den iranischen Raketen und dürften sich nicht mehr zum Gottesdienst treffen.

Nach den jüngsten iranischen Angriffen spricht der evangelische Propst in Jerusalem, Joachim Lenz, von einer dramatisch verschärften Sicherheitslage in Israel und schildert eine tiefe Erschöpfung und Angst unter den Menschen. «Wir dachten, es könne nicht mehr schlimmer kommen – aber es kam schlimmer», sagte der Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Heiligen Land dem Internetportal «evangelisch.de»: «Die Menschen in meiner Gemeinde sind müde.»

Lenz sagte: «Nach anderthalb Kriegsjahren seit dem Terror am 7. Oktober hatten wir gedacht, dass die Gewalt irgendwann weniger wird. Nun gehen wir nachts in die Schutzräume, wenn iranische Raketen fliegen.» Jerusalem selbst werde nicht angegriffen, in Tel Aviv oder Haifa sehe das ganz anders aus, «natürlich auch in Teheran».

Die angespannte politische Situation wirke sich auch auf das Leben der christlichen Gemeinden in Israel und Palästina aus. «Seitdem die Bomber und Raketen fliegen, herrscht Ausnahmezustand: Schulen und Geschäfte sind geschlossen, auch Gemeindeveranstaltungen sind untersagt. Das betrifft auch Gottesdienste, egal ob jüdisch, muslimisch oder christlich.» Seine Gemeinde komme per Zoom zusammen. (epd/ dst)

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