Krieg im Nahen Osten
Ärzte ohne Grenzen verlässt Gaza
Noch bemüht sich Ärzte ohne Grenzen um den Dialog mit der israelischen Regierung. Denn: «Wenn Ärzte ohne Grenzen aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland vertrieben wird, hätte dies verheerende Auswirkungen», schreibt die Hilfsorganisation in einer Mitteilung. Doch die Zeit wird knapp. Ende Februar läuft ein Ultimatum Israels ab. Die Regierung verlangt sensible Daten aller Mitarbeitenden der Organisation, ansonsten wird sie Ärzte ohne Grenzen nicht mehr im Gaza-Streifen tolerieren.
Für die NGO ist diese Forderung laut eigener Aussage nicht erfüllbar. «Denn in den besetzten Palästinensischen Gebieten wurden medizinische und humanitäre Helfende immer wieder eingeschüchtert, willkürlich inhaftiert und angegriffen. Seit Oktober 2023 sind 1700 Mitarbeitende des Gesundheitswesens sowie 15 unserer Kolleginnen und Kollegen getötet worden», heisst es in der Mitteilung. Die Organisation schätzt, dass sich nach einer Weitergabe der geforderten Daten die Sicherheitslage der Mitarbeitenden weiter verschlechtern würde.
Die israelischen Behörden würden humanitäre Organisationen zu einer unmöglichen Entscheidung zwingen, schreibt Ärzte ohne Grenzen weiter. Sie müssten sich zwischen der Weitergabe dieser sensiblen Daten ihrer Mitarbeitenden und dem Abbruch der lebenswichtigen medizinischen Versorgung im Gaza-Streifen entscheiden. (dst)