Südsudan

Angriff auf Krankenhaus von «Ärzte ohne Grenzen»

«Ärzte ohne Grenzen» melden inmitten der Kämpfe im Südsudan einen Luftangriff auf ein Krankenhaus. Die Hilfsorganisation war die einzige Anlaufstelle für Zigtausende Menschen in der Region.

Im Südsudan ist bei einem Luftangriff durch Regierungstruppen ein Krankenhaus von «Ärzte ohne Grenzen» getroffen worden, erklärte die Hilfsorganisation. Ein Grossteil der für die medizinische Versorgung notwendigen Güter sei verloren. Ein weiteres Gesundheitszentrum in der Region sei am gleichen Tag geplündert worden. «Ärzte ohne Grenzen» war nach eigenen Angaben der einzige Anbieter von Gesundheitsversorgung für rund 250’000 Menschen in der Region.

Die Patienten und Mitarbeiter aus dem Krankenhaus in Lankien seien vor dem Luftangriff evakuiert worden, weil die Spannungen zugenommen hätten, erklärte die Organisation. Die Regierung hatte im Januar eine Offensive angekündigt und Zivilisten zur Evakuierung aufgefordert. Truppen des wegen Hochverrats angeklagten Vizepräsidenten Riek Machar kontrollieren Gebiete in der Region, die die Armee zurückerobern will. Die genauen Standorte der Krankenhäuser seien den Kriegsparteien mitgeteilt worden, um sie zu schützen, betonte «Ärzte ohne Grenzen».

Allein seit Jahresbeginn sollen 250’000 Menschen durch die Kämpfe vertrieben worden sein. UN-Generalsekretär António Guterres warnte vor der Gefahr massiver Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Seit Dezember haben Hilfsorganisationen nur eingeschränkt Zugang zu der Region, das Welternährungsprogramm warnte vor einer Hungerkrise.

Nach der Unabhängigkeit des Südsudans vom Sudan 2011 begann ein Bürgerkrieg, der 2018 mit einem Abkommen zwischen den Konfliktparteien endete. Salva Kiir wurde Präsident, sein Rivale Machar Vizepräsident. Der Machtkampf begann jedoch erneut. Im September wurde Machar wegen Hochverrats angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, Angriffe auf eine Militärbasis koordiniert zu haben. (epd/ dst)

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