Aktivisten stürmen Gottesdienst von umstrittener Basler Pfarrerin

Eine Gruppe von Vermummten hat an Heiligabend einen Gottesdienst in der Kirche Kleinhüningen in Basel gestört. Sie protestierten gegen die Pfarrerin, die wegen einstiger Beiträge auf einem rechtsnationalen Blog in die Schlagzeilen geraten war. Die Kirchenleitung zeigt sich schockiert.


Die Aktivisten hätten ein Transparent entrollt mit der Parole «Frieden statt Hetze» und mit einer Ansprache den Heiligabend-Gottesdienst gestört, teilte die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt am 25. Dezember mit. Die Pfarrerin Christine Dietrich sei «aufs übelste» beschimpft worden. Die Eindringlinge seien dann nach einigen Minuten vom Sigrist und Gemeindemitgliedern hinausgeleitet worden. Nach einer kurzen Stellungnahme habe Dietrich den Gottesdienst fortgesetzt.

Kirche prüft Strafanzeige

Die Evangelisch-reformierte Kirche verurteilt in ihrer Medienmitteilung die Aktion. Sie prüft nach eigenen Angaben eine Strafanzeige oder Strafanträge wegen Hausfriedensbruchs und Nötigung. Die Aktivisten hätten viele Gottesdienstbesucher, darunter auch Kinder, in Angst und Schrecken versetzt.

Die Aktion gehe definitiv zu weit, wird Kirchenratspräsident Lukas Kundert in der Mitteilung zitiert. «Es ist ein Hohn, dass die Aktivisten Frieden fordern und gegen Hetze eintreten, selbst aber einen friedlichen Christnacht-Gottesdienst sprengen und gegen die Pfarrerin hetzen.»

Proteste auch innerhalb der Kirche

Pfarrerin Christine Dietrich hatte bis 2011 auf einem rechtsnationalen Blog islamkritische Beiträge veröffentlicht. Sie war dadurch in die Schlagzeilen geraten (ref.ch berichtete). Auch innerhalb der Kirche kam es nach ihrer Wahl in den Kirchenrat im September zu Protesten. An der Versammlung des Kirchenparlaments vom 27. November sprachen mehrere Delegierte Dietrich ihr Misstrauen aus: 23 Synodale unterzeichneten ein Memorandum gegen sie. (sda/no)