Basler Kirchenrätin reicht offenbar Strafanzeige ein

Die Basler Kirchenrätin Christine Dietrich ist wegen früherer Äusserungen zum Islam heftig kritisiert worden. Nun soll sie ihrerseits rechtliche Schritte eingeleitet haben.


Die Affäre um die Basler Kirchenrätin und Pfarrerin Christine Dietrich zieht weitere Kreise. Wie die Basler Zeitung am 12. Oktober berichtete, soll Dietrich Strafanzeige gegen einen Journalisten der Basellandschaftlichen Zeitung (bz) sowie gegen den langjährigen Präsidenten der Offenen Kirche Elisabethen, Markus Ritter, eingereicht haben.

Grund dafür sind Artikel der bz sowie Auszüge aus einer Mail, in der sich Ritter zum Fall äusserte. Ritter schrieb, es sei unbestreitbar, dass Dietrich «im mörderischen rechtsextremen Milieu als Pfarrsfrau mitwirkt, dem auch der Massenmörder B. (Anders Breivik, Anm. d. Red.) in Norwegen angehört.»

In der Ehre verletzt

Aus Sicht der Pfarrerin sind diese Äusserungen justiziabel. Gemäss Strafanzeige, die der Basler Zeitung vorliegt, stösst sich Dietrich insbesondere an den Formulierungen «mörderisch» und «Massenmörder». Diese suggerierten, dass sie in einem Zusammenhang des Straftatbestandes des Mordes stehe. «Jemanden eines solchen verwerflichen Verhaltens zu bezichtigen, stellt klarerweise eine Ehrverletzung dar», zitiert die Zeitung aus der Strafanzeige.

In die Kritik geraten war Christine Dietrich unmittelbar nach ihrer Wahl in den Kirchenrat der reformierten Kirche Basel-Stadt Anfang September. Stein des Anstosses waren Beiträge, die sie in der Vergangenheit für den bei Rechtsextremen beliebten Blog Politically Incorrect verfasst hatte. Ein Strafverfahren, das 2012 gegen sie eingeleitet worden war, wurde jedoch eingestellt.

Kirche überprüft Wahlprozedere

Fragen im Zusammenhang mit dem Fall warf auch das Wahlprozedere der Basler Kirche auf. So war die Gesinnung der Pfarrerin bei ihrer Wahl am 4. September in der Synode offenbar kein Thema, wie die Schweiz am Wochenende berichtete. Lediglich im Vorfeld der Wahlen waren Gespräche mit Dietrich geführt worden. Nach Angaben der bz will die Kirche ihr Wahlprozedere nun überprüfen. (no)