Protest gegen Kirchenrätin in der Synode Basel-Stadt

Die Pfarrerin und Kirchenrätin Christine Dietrich beschäftigt auch die Synode der reformierten Kirche Basel-Stadt. Ein Drittel der Mitglieder hatte ein Misstrauensvotum gegen sie unterzeichnet. Nun fordern einige Synodale eine Anpassung des Wahlprozesses.


Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt kam auch an ihrer Synode nicht um die Causa Christine Dietrich herum. Für Aufsehen sorgte ein Memorandum von 23 Synodenmitgliedern, das an der Synode aufgelegt wurde. Darin drückten die Synodalen ihr «starkes, bleibendes Unbehagen» gegenüber Christine Dietrich aus, wie die bz berichtete. Die Pfarrerin und Kirchenrätin geriet in die Kritik, weil sie früher in einem rechtsextremen Blog islamkritische Beiträge verfasst hat (ref.ch berichtete).

Im Memorandum hiess es, Dietrich habe erst auf äusseren Druck aufgehört, sich auf dem Blog zu äussern und sich zu wenig davon distanziert. Damit sei der Ruf der Kirche geschädigt worden. Zudem hätten viele Synodale bei der Wahl nichts von ihrer Vorgeschichte gewusst.

Aufforderung zum Rücktritt

Das Memorandum wurde an der Synode nicht weiter diskutiert, da es nicht offiziell auf der Traktandenliste war. Synodenpräsidentin Sabine Ammann verlas laut bz dennoch ein Statement und betonte, dass eine Zusammenarbeit nur möglich sei, wenn die eigene Befindlichkeit zurückgesteckt werde und das Wohlergehen der Kirche im Vordergrund stehe. Einige Synodale hatten Dietrich gar zum Rücktritt aufgefordert, denn abgewählt werden kann sie nicht. Die umstrittene Pfarrerin selbst sagte, sie nehme das Memorandum zur Kenntnis, zurücktreten wolle sie aber nicht.

Im Zusammenhang mit der Affäre kritisierten einige Synodale gegenüber Medien das kirchenrätliche Wahlverfahren. Die Wahlvorbereitungskommission hätte zwar über Dietrichs Vorgeschichte Bescheid gewusst, doch die Synode nicht informiert, da sie nur die formelle Wählbarkeit der Kandidaten überprüft. Die Kritik kam offenbar an. Kirchenratspräsident Lukas Kundert sagte gegenüber der Basler Zeitung, dass man in Zukunft das Wahlverfahren in der Synode diskutieren werde.

Synode soll massiv verkleinert werden

Neben dem Fall Christine Dietrich beschäftigte sich die Synode auch mit weniger emotionalen Themen. So stand auf der Traktandenliste eine Initiative zur Verkleinerung der Synode, wie es in einer Medienmitteilung vom 27. November heisst. Die Initiative will die Synode auf 35 Mitglieder reduzieren, heute sind es 80. Damit soll laut Initiative den gesunkenen Mitgliederzahlen Rechnung getragen werden. Zudem ist vorgesehen, dass die Kirchenvorstände die Synodalen stellen, gemeinsam mit einzelnen Delegierten von wichtigen Diensten. Das gewährleiste eine ausgeglichene Vertretung der Kirchgemeinden. Die Synode hat die Initiative zur Bearbeitung dem Kirchenrat überwiesen.

Das Budget 2020 mit einem Verlust von 475’000 Franken und die Finanzplanung 2021-2024 wurden von der Synode angenommen. (mos)