Moderne Sklaverei

50 Millionen Menschen leben in Zwangsarbeit

Die Zahl der Menschen, die Zwangsarbeit verrichten müssen, ist laut einer Studie in den vergangenen fünf Jahren dramatisch gestiegen. Zur Verschärfung beigetragen hat die Corona-Pandemie.

Sklaverei ist längst nicht nur ein historisches Phänomen. Auch heute werden in vielen Ländern Menschen ausgebeutet. Weltweit sind es rund 28 Millionen Menschen, die zu einer Arbeit gezwungen werden. Weitere 22 Millionen leben in erzwungenen Ehen und werden dort vor allem als Hausbedienstete ausgenutzt. Das geht aus dem Bericht über moderne Sklaverei 2021 hervor, den die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), die Organisation für Migration (IOM) und die Walk Free-Stiftung, die sich gegen Sklaverei engagiert, am Montag in Genf vorgelegt haben.

Fast ein Viertel der Betroffenen würde kommerziell sexuell ausgebeutet, heisst es in der Studie. In dieser Gruppe seien die meisten – vier von fünf – Frauen. Von denen, die zur Ehe gezwungen werden, seien gut zwei Drittel Frauen und Mädchen. Die Zahl sei innerhalb von fünf Jahren um 6,6 Millionen gestiegen, was teils auf die wirtschaftliche Not durch die Corona-Pandemie zurückzuführen sei. Während der Grossteil der Zwangsarbeit im Privatsektor stattfinde, gebe es auch staatliche Zwangsarbeit. 3,9 Millionen Menschen seien betroffen.

Der Bericht nennt dafür etwa die Region Xinjiang in China. Gerade erst hat das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte einen Bericht vorgelegt, wonach Hunderttausende Uiguren und andere Angehörige muslimischer Minderheiten dort gegen ihren Willen in Lagern festgehalten und zu Arbeitseinsätzen gezwungen wurden. China weist alle Vorwürfe zurück.

Auch in Nordkorea und Pakistan gebe es staatlich verordnete Zwangsarbeit, heisst es in dem Bericht. Er nennt zahlreiche andere Länder, in denen etwa Gefangene oder Streikende zu Zwangsarbeit herangezogen werden, darunter Botswana, Moldawien oder die Philippinen. (sda/dpa/no)