Fachstelle vermeldet Rekordzahl bei Menschenhandel
Der Bereich Opferschutz Menschenhandel der Fachstelle FIZ hat im vergangenen Jahr insgesamt 303 Opfer von Menschenhandel betreut. Das Coronajahr 2020 sei damit ein trauriges Rekordjahr, heisst es in einer Mitteilung vom 17. Mai.
Von den erfassten Fällen seien 226 als Opfer von Menschenhandel identifiziert worden. Bei 46 Fällen seien die Abklärungen des Opferstatus noch im Gang oder nicht mehr möglich, weil die Betroffenen in ein anderes Land gebracht worden seien oder nicht mehr kontaktiert werden könnten.
Die Mehrheit der Betroffenen ist laut der Fachstelle weiblich. Unterstützt worden seien aber auch Transmenschen und Männer. Die Opfer stammten aus 60 verschiedenen Ländern, mit Nigeria, Rumänien und Ungarn an der Spitze. Sie seien in insgesamt 16 Kantonen ausgebeutet worden. Diejenigen Kantone, die auf die Bekämpfung von Menschenhandel fokussieren, identifizierten dabei deutlich mehr Opfer. Dazu gehörten die Kantone Zürich, Bern und Aargau.
Mehr Beratungen während Lockdowns
Eine starke Nachfrage registrierte auch der zweite Bereich der Fachstelle, die Beratungsstelle für Migrantinnen. Im Coronajahr schoss die Anzahl der Hilfe- und Ratsuchenden demnach auf 705 hoch (2019: 377). Davon seien fast 60 Prozent Sexarbeiterinnen gewesen. Insbesondere während der beiden Lockdowns und der Arbeitsverbote für Sexarbeitende sei der Beratungsbedarf stark angestiegen, schreibt die FIZ.
Die Fachstelle FIZ ist als unabhängiger Verein organisiert. Zu den wichtigen Finanzgebern gehörten im vergangenen Jahr unter anderem die reformierte und die katholische Landeskirche des Kantons Zürich sowie der Katholische Stadtverband Zürich. (no)