17-Jähriger stirbt nach Rettung von Flüchtlingsboot
Die Hilfsorganisation Sea-Watch beklagt den Tod 17-Jährigen, den sie zuvor aus einem überfüllten Holzboot auf dem Mittelmeer gerettet hat. Er sei von der Crew der «Sea-Watch 5» zusammen mit rund 50 weiteren Migrantinnen und Migranten an Bord des Rettungsschiffes gebracht worden. Die Küstenstaaten Italien, Malta und Tunesien hätten trotz entsprechender Bitten keine Evakuierung eingeleitet, erklärte Sea-Watch.
Der 17-Jährige und drei weitere Gerettete seien bewusstlos unter Deck des Holzbootes entdeckt worden, wo sie nach Aussagen Überlebender ungefähr zehn Stunden lang Sauerstoffmangel und Benzindämpfen ausgesetzt gewesen seien. An Bord der «Sea-Watch 5» habe der 17-Jährige einen Herzstillstand erlitten und sei zunächst wiederbelebt, später jedoch vom medizinischen Personal für tot erklärt worden.
In der Nacht meldete Sea-Watch auf der Plattform X, vormals Twitter, dass die italienische Küstenwache neun Stunden nach der ersten Evakuierungsanfrage vier Überlebende in kritischem Zustand von Bord geholt habe. Sie habe sich aber geweigert, die Leiche des 17-Jährigen mitzunehmen.
Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. 2023 kamen laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 3000 Menschen bei der Überfahrt ums Leben, oder sie werden vermisst. Seit Beginn dieses Jahres sind es den Angaben nach bereits mehr als 250. Die Dunkelziffer liegt vermutlich weit höher. (epd/ pef)