Tote und Vermisste: Seenot im Ärmelkanal
Beim Versuch, mit einem kleinen Boot von Nordfrankreich aus über den Ärmelkanal nach Grossbritannien zu gelangen, ist ein Migrant bei Calais ums Leben gekommen. Zwei weitere Migranten werden nach Angaben der französischen Behörden vermisst.
Sie wurden zwar noch von einem Hubschrauber aus im Meer treibend gesichtet, konnten wegen schlechter Witterung aber nicht geborgen werden. Kein Einzelfall: Insgesamt retteten französische Helfer bei vier verschiedenen Einsätzen 179 Menschen aus Seenot. Einige davon wurden vollkommen unterkühlt in Kliniken gebracht.
Bereits beim Versuch, ein Schlauchboot zu besteigen, landeten Dutzende Migranten in der Nacht bei Merlimont im eisigen Wasser. Noch im Morgengrauen brach ein anderes mit rund 50 Menschen besetztes Boot in zwei Teile, wie die Zeitung «La Voix du Nord» berichtete.
Schwimmend konnten die Betroffenen wieder den Strand erreichen, wo Feuerwehr und Polizei sich um sie kümmerten. Etwas später wurden bei Wimereux der Zeitung zufolge rund 20 überwiegend vietnamesische schiffbrüchige Flüchtlinge in einem Gemeindesaal untergebracht. An einer anderen Stelle scheiterte die Überfahrt von ebenfalls rund 20 Migranten.
Seit längerem überqueren viele Migranten mit Schlauchbooten von der nordfranzösischen Küste aus den Ärmelkanal nach Grossbritannien. Immer wieder kommen Migranten dabei ums Leben.
Seit 2018 geht Frankreich gegen die Migration vor. Der britische Grenzschutz und die europäische Grenzschutzagentur Frontex wollen enger zusammenarbeiten. Die britische Regierung beabsichtigt, Asylbewerber nach Ruanda abzuschieben. Der entsprechende Gesetzesentwurf hat es allerdings auch nach mehreren Anläufen noch nicht durch das Parlament geschafft (ref.ch berichtete). (sda/ dst)