Stadtberner Reformierte legen Zusatzrunde bei den Liegenschaften ein

An seiner Juni-Sitzung behandelte der Grosse Kirchenrat der evangelisch-reformierten Gesamtkirchgemeinde Bern die Liegenschaftsstrategie. Einen Zwischenbericht des Kleinen Kirchenrats schickte er dabei zurück an den Absender.


Die Stadtberner Reformierten haben sich in Punkto Liegenschaften eine Rosskur verordnet: Bis 2023 sollen die Liegenschaftskosten halbiert werden, statt 11 Millionen sollen sie nur noch 5,5 Millionen Franken ausmachen. Mit der Umsetzung sind die einzelnen Kirchgemeinden betraut, die allerdings bereits ihre Kritik geäussert haben (ref.ch berichtete).

Nun muss die Strategie eine Zusatzrunde einlegen: Der Grosse Kirchenrat – das Parlament der Gesamtkirchgemeinde – hat an seiner Sitzung vom 5. Juni einen Bericht der Exekutive zurückgewiesen. Der Kleine Kirchenrat muss fünf zentrale Fragen beantworten und die Liegenschaftsstrategie neu ausrichten, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Andreas Bürki, Präsident des Grossen Kirchenrats, erklärt auf Anfrage, dass vom nominellen Sparziel Abschied genommen werden soll. «Stattdessen sollen die Bedürfnisse der Kirchgemeinden ausgelotet werden: Was ist für sie unabdingbar?»

Bei den Fragen, die der Kleine Kirchenrat nun beantworten muss, handelt es sich vor allem um technische Aspekte. So etwa um die Frage, wer die Abschreibungskosten nach Investitionen trägt oder wer über die Mehrerträge aus Vermietungen von Liegenschaftsteilen verfügen darf.

Erfreulicher Jahresabschluss

Des weiteren genehmigten die Delegierten am 5. Juni auch die Jahresrechnung 2018. Diese schliesst bei einem Gesamtertrag von 33,9 Millionen Franken mit einem Überschuss von 3,2 Millionen Franken ab. Das Ergebnis, das deutlich besser ausgefallen sei als budgetiert, sei unter anderem auf höhere Steuereinnahmen sowie nicht oder nur verzögert umgesetzte Investitionen zurückzuführen, sagt Andreas Bürki.

Fusion auf Kurs

Der Grosse Kirchenrat wurde zudem über den Stand der Dinge in Sachen Fusion informiert. Zur Erinnerung: Im August 2017 stimmten alle zwölf Stadtberner Kirchgemeinden entsprechenden Verhandlungen zu, ein Jahr darauf begannen die Gespräche. Ziel des Prozesses ist der Zusammenschluss zu einer einzigen Grosskirchgemeinde mit mehreren Kirchenkreisen.

Laut Mitteilung liegt nun ein erster Entwurf der Gemeindeverfassung vor. Die nächsten Schritte seien die Erarbeitung des Fusionsvertrags und des Fusionsreglements, welches die Übergangsphase regelt, ein Wahl- und Abstimmungsreglement und schliesslich die Ausarbeitung der Abstimmungsbotschaft. Eine erste Abstimmung ist für den Herbst 2020 geplant. (vbu)