Bern startet Verhandlungen für Fusion

Die Beratungen zur umfassenden Reform der Stadtberner Kirche stehen kurz bevor. Am Ende des Prozesses soll aus zwölf Gemeinden eine einzige Kirchgemeinde werden.


Vor einem Jahr haben alle zwölf Evangelisch-reformierten Kirchgemeinden der Stadt Bern beschlossen, Fusionsverhandlungen aufzunehmen. Diese können nun beginnen, wie das dafür beauftragte Steuerungsgremium an einer Medienorientierung vom 22. August bekannt gab. Ab 8. September berät das Gremium über einen Fusionsvertrag, der die bisherigen reformierten Kirchgemeinden der Stadt Bern zu einer einzigen Kirchgemeinde zusammenschliessen soll. Die Gespräche dauern voraussichtlich bis Anfang 2019. Sind sie erfolgreich, stimmen die Stadtberner Reformierten und jede einzelne Kirchgemeinde im Sommer 2019 über die Fusion ab.

Fusion soll gesamtstädtisches Profil schaffen

Die bisherigen einzelnen Gemeinden sollen innerhalb der einzigen Gemeinde in fünf Kreisen sowie eine französischsprachige Gemeinde mit Sonderstatus eingeteilt werden. Die vorgesehenen Kreise orientieren sich dabei an den Stadtteilgrenzen. Hans von Rütte, Präsident des Steuerungsgremiums, bezeichnet den Zusammenschluss als wichtigen Schritt, um die Stadtberner Kirche in die Zukunft zu führen.«Die künftigen Kirchenkreise verfügen nach wie vor über ein aktives Gemeindeleben. Mit der Fusion wird aber die Kirche als gesamtstädtisches Gegenüber für Politik und Öffentlichkeit greifbar.» In Zeiten des kirchlichen Rückbaus erlaube die Bündelung ein effizientes, einheitliches Agieren. Besonders kleinere Gemeinden bekundeten zusehends Mühe, ihre Behörden personell zu besetzen.

Der Zusammenschluss ist Teil eines umfassenden Reformprozesses der reformierten Kirche der Stadt Bern. Hintergrund sind sinkende Mitgliederzahlen und tiefere Einnahmen der Kirche. Als finanzielle Massnahme soll die städtische Kirchgemeinde unter anderem ihre Liegenschaftskosten halbieren. (su)