Neue Kirchgemeinde Bern nimmt Gestalt an

Die Evangelisch-reformierte Kirche in der Stadt Bern befindet sich seit einigen Jahren in einem Reformprozess. Am 7. März wurden nun konkrete Vorschläge für die geplante Fusion der städtischen Kirchgemeinden vorgestellt.

Die Kirchgemeinden der Stadt Bern sollen zusammengeführt werden. (Bild: Pixabay)

Die Idee einer übergreifenden Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Bern nimmt weiter Gestalt an. Wie die «Berner Zeitung» am Mittwoch berichtete, präsentierte die Projektkommission, die vom Grossen Kirchenrat der Gesamtkirchgemeinde Bern mit der Reform beauftragt wurde, nun ein erstes Konzept. Dieses soll als Diskussionsgrundlage für den weiteren Reformprozess dienen.

Fünf Kirchenkreise

Das Konzept zeigt auf, wie die neue Kirchgemeinde aussehen und funktionieren könnte. Demnach sollen die zwölf einzelnen reformierten Kirchgemeinden der Stadt Bern und die Gesamtkirchgemeinde zu einer übergreifenden Kirchgemeinde Bern zusammengeschlossen werden. Deren Gebiet würde dabei in fünf ungefähr gleich grosse Kirchenkreise eingeteilt. Ein weiterer Kirchenkreis soll die französische Kirche umfassen. Zurzeit sind die zwölf Kirchgemeinden noch weitgehend selbständig und haben lediglich einzelne Aufgaben an die Gesamtkirchgemeinde abgetreten.

Die zwölf Stadtberner Kirchgemeinden sollen in fünf Kirchenkreise eingeteilt werden.
(Bild: Gesamtkirchgemeinde Bern)

Auf die Bildung von Kirchenkreisen und somit auf dezentrale Strukturen lege man besonderen Wert, sagte Hans Roder, Mitglied der Projektkommission und Pfarrer in der Kirchgemeinde Bethlehem, der «Berner Zeitung». Dadurch solle «die Nähe zu den Menschen und zum Quartier» sichergestellt werden. Für jeden Kirchenkreis ist eine Kirchenkreisversammlung und eine Kirchenkreiskommission vorgesehen.

Pläne für eine Neugestaltung der Gesamtkirchgemeinde Bern und ihrer zwölf Kirchgemeinden existieren schon länger. Im Herbst 2010 rief der Grosse Kirchenrat das Projekt «Strukturdialog» ins Leben. Dieses sollte Vorschläge für neue Strukturen entwickeln, um die Kirche in der Stadt Bern für die Zukunft «fit» zu machen. Die Umstrukturierung ist dabei der letzte Baustein in einem ganzen Paket von Massnahmen.

Zustimmung von neun Kirchgemeinden erforderlich

Das von der Kommission vorgestellte Konzept wird dem Grossen Kirchenrat in einem nächsten Schritt zur Kenntnisnahme und Beschlussfassung unterbreitet. Das Parlament befasst sich voraussichtlich am 5. April mit dem Geschäft. Im August soll dann in der Kirchgemeindeversammlung ein Grundsatzentscheid getroffen werden, ob die Kirchgemeinden über die Fusion verhandeln wollen. Damit der Zusammenschluss zur Kirchgemeinde Bern dann wirklich vollzogen werden könne, müssten mindestens neun von zwölf Kirchgemeinden zustimmen, sagt Hans Roder gegenüber ref.ch. «Klar, es ist natürlich unser Ziel, alle zwölf Kirchgemeinden ins Boot zu holen.» Er betont aber auch: «Unsere Vorschläge sind als Arbeitshypothese zu verstehen. Die Details können in den Fusionsverhandlungen diskutiert werden.»

 

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