Zürcher Kirchenratswahlen

Kandidatenfeld vergrössert sich

Andrea Marco Bianca will in der Exekutive der reformierten Zürcher Landeskirche bleiben. Der Theologe tritt als Fraktionsloser für den Kirchenrat an.

Kirchenpolitisch darf Andrea Marco Bianca als Profi bezeichnet werden. Seit sechzehn Jahren ist der Pfarrer im Kirchenrat der reformierten Zürcher Landeskirche, seit 2015 ist Bianca Vizepräsident des Gremiums. Nun hat Bianca entschieden, sich fraktionslos der Wiederwahl zu stellen, wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Er stehe aufgrund seiner Erfahrung für «Kontinuität» in der Landeskirche, heisst es im Communiqué.

Bei den letzten Wahlen 2019 erzielte Bianca unter allen Kirchenrätinnen und -räten das beste Ergebnis. Er sei daher der Ansicht, sich in der Synode auf «eine starke Basis» abstützen zu können. Gespräche mit Mitgliedern verschiedener Fraktionen sowie Behördenmitgliedern in Kirchgemeinden hätten ihn ermutigt, sich auch ohne die offizielle Unterstützung einer Fraktion einer Wiederwahl zu stellen.  

Kirche für die Mitglieder

«Ich bin bestärkt worden, meinen konzilianten und kooperativen Stil fortzuführen», sagt Bianca auf Anfrage von ref.ch. Der 62-Jährige ist promovierter Theologe und Pfarrer in der Zürichseegemeinde Küsnacht. Er engagiert sich besonders für freiere Rituale und steht laut eigenen Angaben ein für eine Kirche, in deren Zentrum die Mitglieder stehen.

Im Sommer hatte Biancas Fraktion, die Liberalen, bekannt gegeben, Bianca nicht mehr aufzustellen und stattdessen alles auf eine Karte zu setzen: Die Liberalen schicken die Theologin Sabrina Müller ins Rennen. Müller hat noch keine Exekutiverfahrung und will Kirchenratspräsidentin werden. Sie tritt ausschliesslich für das Präsidium an (ref.ch berichtete).

Vier Bisherige und zwei Neue

Von den sechs bisherigen Kirchenrätinnen und Kirchenräten treten neben Andrea Marco Bianca Bruno Kleeb (Evangelisch-kirchliche Fraktion) sowie Katharina Kull-Benz (Liberale Fraktion) und Margrit Hugentobler (Synodalverein) wieder an. Neu zur Wahl stellen sich Eva Schwendimann und Franco Sorbara. Schwendimann ist von der Religiös-sozialen Fraktion nominiert worden. Sie soll den Sitz ihres Fraktionskollegen Bernhard Egg verteidigen, der nicht mehr antritt. Sorbara dagegen soll für die Evangelisch-kirchliche Fraktion einen zweiten Sitz holen. 

Für das Präsidium treten drei Kandidierende an. Amtsinhaber Michel Müller wird von Sabrina Müller (neu) und Esther Straub (bisher Kirchenrätin) herausgefordert. Michel Müller hat angekündigt, nach einer halben Amtszeit, also nach etwa zwei Jahren, zurückzutreten. Bei den Kirchenratswahlen 2011 trat übrigens Andrea Marco Bianca auch für das Kirchenratspräsidium an, unterlag damals Michel Müller jedoch knapp. Die Kirchenratswahlen finden am 21. November statt. (jow)