Klares Ja zur neuen Zürcher Kirchenordnung

Das Stimmvolk der Reformierten Landeskirche des Kantons Zürich hat der Teilrevision der Kirchenordnung mit einer Dreiviertelmehrheit zugestimmt. Die Gegner der Vorlage sprechen von einem «schwarzen Tag für die Kirche im Dorf».

Mit der neuen Kirchenordnung ist auch die Grundlage für die Grosskirchgemeinde in der Stadt Zürich geschaffen. (Bild: KEYSTONE/ Gaetan Bally)

In fast allen Wahlbezirken hat sich das Stimmvolk der Reformierten Landeskirche am Sonntag deutlich für die neue Kirchenordnung ausgesprochen. Lediglich im Bezirk Andelfingen fiel das Ergebnis mit 52,6 Prozent Ja-Stimmen zu 47,4 Prozent Nein-Stimmen knapp aus. Insgesamt sagten die Stimmberechtigten mit 91’510 zu 28’406 Stimmen Ja zur Teilrevision der Kirchenordnung. Die Wahlbeteiligung betrug 36 Prozent.

Rasche Umsetzung geplant

Der Kirchenratspräsident der Reformierten Kirche des Kantons Zürich, Michel Müller, zeigte sich erfreut über das klare Ergebnis: «Wir freuen uns, dass die lange, sorgfältige und intensive Arbeit an der Teilrevision von den reformierten Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern honoriert worden ist», sagte Müller gemäss einer Mitteilung der Landeskirche vom 23. September. Die Umsetzung der einzelnen Revisionspunkte könne nun rasch an die Hand genommen werden.

Streitpunkt Pfarrstellenprozente

Die Überarbeitung der Kirchenordnung war nötig geworden, weil einzelne Bestimmungen darin an das übergeordnete Recht angepasst werden mussten. Zudem erforderte die Schaffung einer Grosskirchgemeinde in der Stadt Zürich neue gesetzliche Rahmenbedingungen.

Zu den umstrittenen Punkten der revidierten Kirchenordnung gehörten unter anderem Änderungen bei der Zuteilung von Pfarrstellen. Die Gegner der Vorlage kritisieren, durch das neue Berechnungsmodell für Pfarrstellenprozente würden kleine Kirchgemeinden benachteiligt. Gegen die neue Kirchenordnung hatte sich ein Nein-Komitee gebildet, in dem auch Synodale der Landeskirche vertreten sind.

«Perspektiven für Landgemeinden»

Entsprechend enttäuscht ist man dort über das Ergebnis der Abstimmung. Es sei ein «schwarzer Tag für die Kirche im Dorf», schreibt das Komitee in einer Mitteilung. Die 24 Prozent Nein-Stimmen zeigten den Graben auf, den der Kirchenrat zwischen Stadt und Land aufgerissen habe. Demgegenüber fordere das Komitee weiterhin eine Umsetzung der Teilrevision, die auch kleinen Landgemeinden Perspektiven eröffne. (no)