Zürich

Zahl der Reformierten sinkt stärker als die der Katholiken

Die reformierte Kirche und die katholische Kirche haben in Zürich jährlich etwa gleich viele Austritte zu verzeichnen. Ihre Mitgliederzahlen entwickeln sich aber unterschiedlich.

Aus den beiden Landeskirchen treten im Durchschnitt jährlich rund 4700 Personen aus, wie aus einer am 1. Juni veröffentlichten Studie des Statistischen Amts des Kanton Zürich hervorgeht. Gäbe es keine Austritte, würde die evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Zürich dennoch Mitglieder verlieren, die römisch-katholische Kirche würde hingegen wachsen.

In der reformierten Kirche seien Menschen im Seniorenalter deutlich übervertreten, heisst es in der Studie. «Im Schnitt sind die Reformierten derzeit 47 Jahre alt, und damit fast sechs Jahre älter als die Gesamtbevölkerung.» Die Folge: Es sind jährlich 6000 Sterbefälle zu verzeichnen, geboren und getauft werden aber nur halb so viele Kinder.

Die Mitglieder der katholischen Kirche sind hingegen im Durchschnitt nur zwei Jahre älter als die Gesamtbevölkerung. Der sogenannte Sterbeüberschuss nehme inzwischen zwar ebenfalls zu, doch sei die Bilanz aus Geburten und Sterbefällen lange recht ausgeglichen gewesen, heisst es in der Studie.

Die Rolle der Deutschen

Von der Zuwanderung profitieren die beiden Landeskirchen unterschiedlich. Besonders Wanderungsgewinne aus Deutschland und aus den traditionell katholischen Ländern Süd- und Osteuropas würden sich bei der katholischen Kirche positiv auswirken.

Die reformierte Kirche gewinnt hingegen nicht dazu; so liessen sich gemäss dem Statistischen Amt viele aus Deutschland stammende Angehörige der evangelisch-lutherischen Kirche nicht als Mitglieder der evangelisch-reformierten Kirche registrieren.

Mehr Austritte als Eintritte

Die reformierte Kirche des Kantons Zürich hat in den vergangenen zehn Jahren pro Jahr rund 6600 Mitglieder verloren. Bei der römisch-katholischen Kirche, die zunächst beim Bestand noch etwas zulegen konnte, nahm die Zahl der Mitglieder im selben Zeitraum jährlich um durchschnittlich 1200 Personen ab. In beiden Zahlen sind die jährlichen 4700 Austritte – sowie die zwischen 200 und 500 Neueintritte – enthalten. (sda/mos)