Wittenberger Weltausstellung geht mit Open-Air-Gottesdienst zu Ende

Auf dem Wittenberger Marktplatz ging am 10. September die Weltausstellung zum 500. Reformationsjubiläum in der Lutherstadt mit einem festlichen Gottesdienst zu Ende. In ihrer Abschlussrede beschwor die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Kässmann, den internationalen Zusammenhalt der evangelischen Kirchen.


Vor gut 2’000 Gottesdienstteilnehmern bezeichnete die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Kässmann, die Veranstaltungen in den vergangenen 16 Wochen als ein «Aufbruchsignal für die Kirche». Die Weltausstellung zum Reformationsjubiläum habe der Kirche Ansätze für ihre Erneuerung gegeben und für viele Begegnungen gesorgt, so Kässmann. Angst vor Veränderungen müsse dabei niemand haben.

Internationale Reichweite

Mit Blick auf die zahlreichen Besucher aus dem Ausland zum Reformationsjubiläum sagte Kässmann, «2017 haben wir nicht deutsch-national gefeiert, sondern international». «In einer Zeit, in der so manche in Europa, den USA und andernorts Nationalismus aus der Mottenkiste der Geschichte holen wollen, sagen wir: Nein! Wir sind eine Kirche über nationale Grenzen hinweg», betonte die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende.

Wittenberg habe Räume eröffnet für Fragen, für neues Denken, für Spiritualität, Schweigen, Gottesdienst und Debatte, lobte Kässmann weiter: «Das waren Begegnungen mit Menschen. Aber es waren auch Gottesbegegnungen». Dennoch verhehlte die EKD-Reformationsbotschafterin nicht, dass man mit mehr Besuchern gerechnet hatte: «Und ja, wir hätten uns gewünscht, dass noch viel mehr Menschen das miterlebt hätten.»

Vielfältiger Reformationsparcours

Der Ausstellungsparcours in den Wittenberger Wallanlagen war am 20. Mai eröffnet worden. Zu dem teils kostenlosen Angebot zählten Ausstellungszelte von mehr als 80 kirchlichen oder sozialen Institutionen, Diskussionsveranstaltungen sowie kulturelle Anlässe. Die Veranstalter der Weltausstellung hatten am 8. September von schätzungsweise mehr als einer halben Million Besuchern in den vergangenen vier Monaten gesprochen. Am 31. Oktober jährt sich der historische Thesenanschlag Martin Luthers an der Wittenberger Schlosskirche zum 500. Mal. (epd)