Eine Zürcher Bibel zum Abschied

Am Sonntag endet die «Weltausstellung Reformation» in Wittenberg. Die Schweizer Reformierten verabschieden sich mit einer vor Ort gedruckten Zürcher Bibel, die morgen der Stadt übergeben wird.

Serge Fornerod, Leiter Aussenbeziehungen beim SEK, mit der frisch gedruckten Zürcher Bibel.
Serge Fornerod, Leiter Aussenbeziehungen beim SEK, mit der Zürcher Bibel. (Bild: r2017)

Die Weltausstellung zum Reformationsjubiläum in Wittenberg geht am Sonntag mit einem ZDF-Live-Gottesdienst auf dem Marktplatz Wittenberg zu Ende. Wie die Veranstalter mitteilten, besuchten insgesamt 294’000 Personen die in den Wallanlagen der Stadt veranstaltete Weltausstellung, die Ausstellung «Luther und die Avantgarde» sowie Konzerte auf der Schlosswiese. Im Vorfeld hatte man mit rund 500’000 Besuchern gerechnet.

Die Besucherzahlen gaben immer wieder Anlass zur Kritik. So bezeichnete die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 11. Juli das Reformationsjubiläum allgemein als «Pleite des Jahres». Demgegenüber betonte Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Organisators «Verein Reformationsjubiläum 2017» anlässlich der abschliessenden Pressekonferenz vom 8. September, dass insbesondere im Sommer noch zahlreiche Interessierte nach Wittenberg gekommen seien.

Prominenz übergibt Zürcher Bibel

Auch die Schweizer Reformierten, die an der Weltausstellung mit einem eigenen Pavillon vertreten waren, verabschieden sich von Wittenberg. Auf einer nachgebauten Gutenbergpresse konnten Besucherinnen und Besucher während der Ausstellung einzelne Seiten aus der Zürcher Bibel nachdrucken. Die komplette, auf handgeschöpftem Papier gedruckte Bibel wird nun zum Abschluss am 9. September im Schloss Wittenberg der Stadt Wittenberg und der Stiftung Luthergedenkstätten übergeben. Vor Ort sein werden unter anderen Peter Schmid, Vizepräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), Margot Kässmann, die Reformationsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, und Michel Müller, Kirchenratspräsident der Reformierten Landeskirche Zürich.

Schweizer Pavillon kam gut an

Für Peter Schmid war die Weltausstellung aus Schweizer Sicht ein Erfolg: «Wir haben von verschiedenen Seiten gehört, dass der Schweizer Pavillon einer der Höhepunkte an der Weltausstellung war», sagt Schmid auf Anfrage. «Besonders gut bei den Leuten angekommen ist die Möglichkeit, auf der Presse eine Seite der Bibel zu drucken und nach Hause zu nehmen.»

Auch die Besucherzahlen entsprächen den Erwartungen, sagt Schmid. Rund 200 Personen hätten den Schweizer Pavillon täglich besucht. «Wichtiger als die Zahlen war uns aber ohnehin die Qualität der Gespräche, die wir mit den Gästen führen durften. Und da haben wir unsere Zielsetzung voll erfüllt.»

Ausverkauf hat begonnen

Inzwischen hat in Wittenberg bereits der Lagerverkauf begonnen. In der Turnhalle des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums kann so ziemlich alles erworben werden, was für die Weltausstellung gebraucht wurde: vom modischen Reformations-Accessoire über Büromaterial und Banner bis zur kompletten Küchenausstattung.